Ohne Gesang, dafür mit Tanz und Rosen

Endlich wieder Gottesdienst: Auf besondere Art wurde auch in der Stephanuskirche gefeiert

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Rose am Stock: Zum Muttertag gab es für jede Frau eine, hier übergibt Nathanael Götte eine an Loreen Fajgel.

Leere Holzbänke in der Kirche. Die Besucher sind auf mindestens 1,50 Meter Abstand gesetzt, jede zweite Bankreihe muss frei bleiben. Alle tragen einen Mund- und Nasenschutz.

Schilder weisen auf die Abstands- und Hygieneregeln hin. Das Singen ist untersagt. Lediglich das Vater unser und das Glaubensbekenntnis dürfen die Gläubigen an diesem Sonntagmorgen mitsprechen.

Eine Gottesdienstfeier in Coronazeiten hat etwas Skurriles. Sie hat wegen ihrer einmaligen Gestaltung in diesen besonderen Zeiten aber auch etwas Anrührendes – so auch am Sonntag in der Stephanuskirche am Mattenberg.

Eine Besonderheit ist der Gottesdienst schon deshalb, weil viele Christen wegen der Corona-Pandemie so lange darauf verzichten mussten. „Es ist schön, Sie und euch wiederzusehen“, begrüßt denn auch der evangelische Pfarrer Harald Götte die rund 30 Besucher in dem von Backstein geprägten Kirchenbau. Acht Wochen habe man keinen Gottesdienst feiern können. „So eine lange Unterbrechung hatten wir noch nie“, sagt Götte. Aber, so betont er kurz darauf mit Bezug auf die Römer-Briefe: „Nichts kann uns von Gottes Liebe trennen, auch nicht Corona.“

Mit viel Abstand auf den Bänken: Pfarrer Harald Götte (vorn am Altar) hielt am Sonntagmorgen wieder den Gottesdienst in der Stephanuskirche am Mattenberg – nach achtwöchiger Corona-Zwangspause. 

Pfarrer Götte hat die Liturgie für den Gottesdienst stark gekürzt. „Wie Gott uns hilft, Krisen zu bestehen“, ist sein Thema. Er verbreitet Zuversicht. Mehr Arbeit als für seine Predigt hat er diesmal aufwenden müssen, um zur ersten Gottesdienstfeier nach Lockerung der Einschränkungen überhaupt einladen zu dürfen. Ein ganzes Maßnahmenpaket (siehe Bericht rechts) haben er und der Gemeindevorstand schnüren müssen, um alle Vorgaben in Sachen Abstand und Hygiene einhalten zu können.

„In Gottesdiensten wird viel gesungen, da dies der Seele guttut“, sagt Götte. Weil dies noch nicht möglich sei, habe man andere Möglichkeiten gefunden, den Gottesdienst besonders zu gestalten. Den Text beim Vorlesen der Liedstrophen interpretiert der Organist Michael Stanzel musikalisch. Ebenso ausdrucksstark tanzt Loreen Fajgel zu „Gott als unser guter Hirte“ und Gottes Segen. Da der Sonntag auch Muttertag ist, erhalten alle Frauen zum Abschluss eine Rose. Das ist Tradition in der Stephanus-Kirchengemeinde. Überreicht wird sie diesmal mit einem längeren Stock oder Greifer. Das wieder ist die coronabedingte Besonderheit.

Auch in anderen Kirchengemeinden ist am Sonntag der erste Gottesdienst nach wochenlanger Zwangspause gefeiert worden. Weitere sollen in den kommenden Wochen folgen.

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