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Endlich wieder shoppen: Corona-Lockerungen sorgen für Betrieb in Kassel

Victoria (links) und Anke McLean mit ihren Tüten auf der wieder etwas volleren Königsstraße
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Erfolgreich beim Einkauf: Victoria (links) und Anke McLean mit ihren Tüten auf der wieder etwas volleren Königsstraße. Unter Auflagen durfte man in Kassel wieder shoppen gehen.

In Kassel hatten viele Geschäfte in der Innenstadt am Samstag erstmals wieder geöffnet. Die Obere Königsstraße erinnerte an Zeiten vor Corona.

Kassel – Nein, es war noch nicht so wie früher, aber die Obere Königsstraße erinnerte am Samstag (22.05.2021) zumindest wieder an Zeiten vor Corona. Zum ersten Mal nach langer Durststrecke waren viele Geschäfte in Kassel geöffnet. Zumindest für Kunden, die sich vorher angemeldet hatten und einen aktuellen Antigentest vorweisen konnten. Zu denjenigen, die sich darauf schon richtig gefreut haben, gehören Victoria und Anke McLean. „Wir waren in der Galeria Kaufhof und bei P&C“, sagt die 15-Jährige Victoria. Endlich mal wieder Sachen anprobieren, vor dem Spiegel schauen, wie welches Oberteil aussieht, das habe ihr schon gefehlt. „Wenn man sich jetzt noch irgendwo auf einen Kaffee hinsetzen könnte, dann wäre es noch schöner“, sagt Mutter Anke.

„Es ist zwar noch viel Luft nach oben, aber immerhin geht es wieder los“, sagt Alexander Wild der Vorsitzende der City-Kaufleute in Kassel. Er hat sich bei seinen Kollegen umgehört, die alle froh sind, dass es in der Innenstadt so viele Corona-Testzentren gibt. „Wer sich kurz entschlossen testen lassen will, kann das ohne großen Aufwand machen“, sagt Wild. Im City Point sei das ebenso möglich wie bei Sinn, an der Treppenstraße (Treppe 4) gebe es Testmöglichkeiten, Am Stern und auch am Entenanger.

Corona in Kassel: Außengastronomie am Friedrichsplatz steht in Startlöchern

„Ich hatte jede Menge Platz und bin auf ausgesprochen freundliche Mitarbeiter gestoßen“, sagt Uwe Quitter aus Fuldatal. Der 54-Jährige hat sich zusammen mit seiner Frau bei Sinn umgesehen und für sich Hemden sowie T-Shirts gekauft. „Die Beratung war super, das war absolut stressfreies Einkaufen“, sagt er. Zur ganzen Wahrheit gehört aber auch, dass insbesondere in kleineren Läden noch nicht viel los war. Warteschlangen vor den Geschäften gab es kaum, die Tiefgarage und andere Parkplätze in der Innenstadt wiesen große Lücken auf.

„Wir hoffen nur, dass es nicht noch einmal einen Rückschlag gibt“, sagt Alexander Wild. Er setzt darauf, dass mit steigenden Temperaturen auch wieder mehr Menschen in die Innenstadt kommen. Die Außengastronomie am Friedrichsplatz in Kassel stehe schon in den Startlöchern. Dort soll es schon bald einen interessanten Neuzugang geben. Und zwar an einer besonders schönen Stelle. „Sinn hat den Portikus mit dem Säulendach an einen Cafébetreiber verpachtet“, sagt der Sprecher der City-Kaufleute.

Corona in Kassel: Beim Einkaufen gibt es weiterhin Einschränkungen

Die stellen wieder große Blumenkübel entlang der Einkaufsmeile Königsstraße in Kassel auf. Alles mit dem Ziel, die Innenstadt als lohnendes Einkaufsziel im Fokus der Kunden zu behalten. Es werde spannend zu sehen, wie Corona das Einkaufsverhalten verändert habe. Mit mehr Gastronomie und irgendwann auch wieder Veranstaltungen wolle man für eine attraktive Innenstadt sorgen. Beim Einkaufen in Kassel gelten weiterhin Corona-Regeln:

Das gilt beim Einkaufen

Da Kassel fünf Werktage am Stück unter einer Sieben-Tage-Inzidenz von 150 lag, dürfen nun wieder alle Geschäfte öffnen. Allerdings gibt es Einschränkungen.

Es gilt das Konzept Click&Meet – also Einkaufen nach Terminvereinbarung. Termine können in der Regel über die Website der Geschäfte, telefonisch oder direkt am Eingang vereinbart werden. Zahlreiche Läden kooperieren auch mit Apps wie der Luca-App.

Neben einem Termin ist zudem ein negativer Schnelltest notwendig, Selbsttests sind nicht erlaubt. Seit 14 Tagen vollständig Geimpfte und Genesene (mit Bescheinigung vom Gesundheitsamt oder Nachweis über einen positiven PCR-Test, der älter als 28 Tage und jünger als sechs Monate ist) müssen sich nicht testen.

Für die Läden, die bisher bereits geöffnet hatten, ändert sich nichts. Click&Collect (bestellen und abholen) ist zudem weiterhin möglich.

Weitere Lockerungen gibt es nun erst wieder bei einer Inzidenz unter 100 an fünf Werktagen am Stück. Dann sind Tests beispielsweise nur noch empfohlen.

Corona: Weniger Infizierte in Kassel im Krankenhaus

Wie haben sich die Zahlen entwickelt? Vorweg: An Feiertagen suchen weniger Betroffene einen Arzt auf, sodass weniger Proben genommen und weniger Laboruntersuchungen vorgenommen werden. Das muss man – wie bereits in der Himmelfahrts-Woche – beim Blick auf die aktuellen Zahlen beachten. Für das Wochenende meldete das Gesundheitsamt 74 neue Fälle für die Stadt und 37 neue Fälle für den Kreis. Gestern kamen in Kassel 5 weitere Fälle hinzu, im Kreis waren es 4. Damit waren gestern in Kassel 565 Menschen infiziert (plus 79 im Vergleich zu Freitag), im Kreis waren es 435 (plus 41).

Wie ist die Situation bei der Zahl der Infizierten, die im Krankenhaus behandelt werden müssen? Positiv: Sie ging deutlich zurück. Gestern lagen 49 Infizierte im Krankenhaus – das sind 13 weniger als am Freitag. 25 mussten intensivmedizinisch behandelt werden (3 weniger als am Freitag.)

Und was fällt beim Blick auf die Sieben-Tage-Inzidenz auf? In Kassel war es in den vergangenen Tagen ein Auf und Ab. Nach einem Wert von 115,3 am Samstag, stieg die Inzidenz am Sonntag auf 124,2, sank dann aber gestern wieder auf 113,8. Die Stadt liegt also weiter deutlich über der 100er-Marke, die Lockerungen verspricht. Im Kreis stieg die Inzidenz nach einem leichten Rückgang am Samstag (68,8) am Sonntag ebenfalls, aber nur leicht an (70,5), sank dann am Montag wieder deutlich – auf 58,3. Liegt sie auch heute unter 100, fällt der Landkreis ab Donnerstag aus der Bundesnotbremse. Dann werden unter anderem die Ausgangssperre aufgehoben und die Kontaktbeschränkungen gelockert.

Gab es an Pfingsten Verstöße gegen die Corona-Regeln? Nein. Laut Daniel Asare, Polizeiführer vom Dienst, hat es auch an den Pfingstfeiertagen keine groben Verstöße gegen die Corona-Maßnahmen gegeben. „Es war ein ruhiges Wochenende“, so Asare.

(Thomas Siemon und Marie Klement)

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