Im Februar geht's los: Hotel Reiss öffnet wieder

Kassel. Endspurt im Hotel Reiss am Kulturbahnhof: In zweieinhalb Wochen geht das Kasseler Traditionshotel nach grundlegender Sanierung als elegantes Vier-Sterne-Haus wieder an den Start. Wir haben bereits einen Blick hineingeworfen.

Mit der Neueröffnung beginnt ein neues Kapitel in der Geschichte des Traditionshauses, in dem einst glanzvolle Filmbälle gefeiert wurden.

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Rot und Schwarz, sanftes Beige und Grau: In diesen Farben präsentiert sich das Reiss mit seinen 97 Zimmern und Suiten (Eröffnungspreis: 95 Euro bei Einzelbelegung, die regulären Preise stehen noch nicht fest) nach dem zweijährigen Umbau. Das von Paul Bode und Ernst Brundig entworfene Haus, das nach jahrelangem Leerstand zuletzt als Schandfleck von sich reden machte, ist kaum wiederzuerkennen: Einladende Polstermöbel statt rustikalem Holz, modernes Design statt Blümchen-Romantik. Lediglich die Messing-Handläufe im Treppenhaus und der Schriftzug erinnern an die 50er-Jahre, ein Wandbild im Frühstücksraum an den Vorgängerbau, den Kaiserhof.

Fotos: Sanierung des Hotel Reiss: So sieht es heute aus

Sanierung des Hotel Reiss: So sieht es heute aus

Noch wuseln die Handwerker durchs Haus. Rund zehn Firmen sind dort mit 40 Mitarbeitern im Einsatz. Auch draußen wird noch gearbeitet. Neben dem neuen Haupteingang zwischen Ballsaal und Lobby wird ein Biergarten gebaut. Die Sanierung des 500 Quadratmeter großen alten Ballsaals, in dem einst Stars wie Marika Rökk, Heinz Rühmann und Hildegard Knef ihre Filmpremieren feierten, wird sich wohl bis April hinziehen.

Dort können künftig größere Veranstaltungen mit bis zu 300 Teilnehmern stattfinden. Weitere Tagungsräume liegen hinter dem Restaurantbereich. Da die Küche noch nicht auf so viele Gäste ausgelegt ist, soll zunächst ein Caterer mit der Bewirtung betraut werden. „Platz für eine weitere Küche ist da“, sagt Paula Budesheim, die für Marketing und Verkauf zuständig ist. In der alten Großküche im Keller werkeln die Handwerker. Die Fassade ist nahezu unverändert geblieben. Auch der alte Schriftzug ist wieder angebracht worden.

Firmieren wird das Hotel mit bis zu 40 Mitarbeitern als Franchise-Betrieb unter dem Namen Golden Tulip Kassel Hotel Reiss. Die Hotel Reiss GmbH um den israelischen Projektentwickler Moshe Sand hat fünf bis sechs Millionen Euro in das Gebäude aus den 1950er-Jahren gesteckt, das völlig entkernt wurde. Viel Geld hat der Brandschutz verschlungen, der im Argen lag. Ein neues Treppenhaus und Brandschutztüren wurden eingebaut, die gesamte Haustechnik ist nun auf dem neuesten Stand. Konkrete Zahlen nennen die Eigentümer nicht.

„Das Hotel ist ein Meilenstein“, sagt Bauleiter Werner Otto. Es werde zur Belebung des gesamten Viertels rund um den Bahnhof beitragen. Seine Renaissance wird von vielen aufmerksam verfolgt. „Die Leute drücken sich an den Fenstern die Nasen platt“, sagt Budesheim. Bald wird ihre Neugier gestillt. Am 2. Februar geht das Hotel Reiss offiziell in Betrieb.

Von Ellen Schwaab

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