Magnetschwebebahn Baujahr 1979 aus Kassel steht jetzt im Technikmuseum

Endstation für Transrapid

36 Meter lang und 35 Tonnen schwer: Der original Transrapid 05 ist jetzt eine Attraktion im Technikmuseum Kassel (TMK) in Rothenditmold. Auf dem Foto sind (von links Bernd) Scott, Ewald Griesel und Wolfgang Kleinfeld vom TMK-Vorstand zu sehen. Foto:  Koch

Kassel. Das neue Herzstück des Technikmuseums in Rothenditmold war einmal ein Hoffnungsträger. Gebaut wurde der Transrapid 05 im Jahr 1979. Eine Magnetschwebebahn, die in Kassel hergestellt wurde und auf der internationalen Verkehrsausstellung in Hamburg für Furore sorgte. Auf einer 900 Meter langen Strecke beförderte der Transrapid damals 50 000 Messebesucher.

Ganz leise, ganz geschmeidig und mit höchstens Tempo 80 auch relativ gemächlich. „Das ist ein Stück Hochtechnologie aus Kassel, das hervorragend in unsere Ausstellung passt“, sagt Ewald Griesel, der Vorsitzende des Vereins Technikmuseum.

Mehr dazu lesen Sie im Regiowiki

Ebenso wie sein Vorstandskollege Bernd Scott schwingt beim Stolz auf das außergewöhnliche Exponat auch ein Stück Wehmut mit. Es sei ein Jammer, dass diese Technik keine Chance in Deutschland bekommen habe.

Über viele Jahre war die 36 Meter lange Magnetschwebebahn das von Weitem sichtbare Symbol für Thyssen-Krupp Transrapid am Standort Mittelfeld. Bereits zum Jahreswechsel wurde das Werk geschlossen. Mittlerweile sind die Hallen ausgeräumt. Ihren letzten Arbeitstag verbrachten die wenigen verbliebenen Mitarbeiter im Technikmuseum, wo sie den 35 Tonnen schweren Transrapid 05 auf einer Betonschiene aufbauten. „Die haben bis zum Schluss tolle Arbeit geleistet“, sagt Bernd Scott. Allerdings habe man den Wunsch respektiert, dass kein Außenstehender bei diesem letzten Akt der Kasseler Transrapid-Geschichte dabei sein sollte.

Jetzt steht der Zug, auf dem einmal so große Hoffnungen ruhten, im Museum.

Nicht weit vom Drache übrigens, der ersten Lok, die bei Henschel in Kassel im Jahr 1848 gebaut wurde. Die zwei Teile des Zuges sind für das Museum aufgearbeitet worden. Im vorderen Bereich sind die türkisfarbenen, gepolsterten Sitzbänke aus dem Jahr 1979 mit dem Führerstand erhalten geblieben.

Der zweite Wagen dient als Ausstellungsfläche für Exponate zur Geschichte des Transrapid. Bislang sind diese Bereiche für die Öffentlichkeit nicht freigegeben. „Wir sammeln noch Spenden für eine feste Treppe nach oben“, sagt Ewald Griesel. Doch auch vom Erdboden aus ist der Transrapid ein Besuchermagnet.

Technikmuseum, Wolfhager Straße 109, Öffnungszeiten mittwochs bis freitags, 14 bis 17 Uhr, samstags und sonntags, 11 bis 17 Uhr. Eintrittspreise: Erwachsene 5 Euro, ermäßigt 2 Euro, Kinder bis sechs Jahre frei.

Mehr zum Transrapid unter www.hna.de/wiki

Von Thomas Siemon

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.