Regisseur Gisik: "Ich habe alles riskiert"

Pleite für Kasseler Kino-Märchen: "EneMe" meldet Insolvenz an

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Auf welchem Weg geht es zum Erfolg? Ende November 2018 feierte Regisseur Jakob Gisik (Mitte) mit Star-Schauspielerin Sophia Thomalla die Premiere seines Thrillers „EneMe“ im Kasseler Cineplex Capitol. Auch Ernesto Plantera von der Sicherheitsfirma Protex war dabei. 

Jakob Gisik wollte Kassel wieder zur Kinostadt machen. Seinen Thriller "EneMe" drehte er mit Stars wie Sophia Thomalla. Nun meldete seine Firma Insolvenz an. Trotzdem glaubt er an den Erfolg. 

Am 24. November 2018 war Kassel ein bisschen Filmmetropole. So sah es zumindest aus, als Jakob Gisik zur Uraufführung seines Kino-Thrillers „EneMe“ ins Cineplex Capitol einlud. 

Der Regisseur ließ sich mit Star-Schauspielerin Sophia Thomalla und Oberbürgermeister Christian Geselle auf dem Roten Teppich fotografieren. Anschließend sagte er: „Ich möchte, dass Kassel wieder zur glanzvollen Filmstadt wird.“

Kassel als Kino-Stadt? Nach einem Jahr schon ist der Traum vorbei

Ein knappes Jahr später ist von dem Glamour nicht viel übrig geblieben. Abgesehen von zwei Vorstellungen im Cineplex Capitol war „EneMe“ nicht ein einziges Mal im Kino zu sehen. Nun hat Gisik mit seiner für das Projekt gegründeten Firma Insolvenz angemeldet. Für seine seit 2001 existierende Produktionsfirma Jakale mit Sitz in Bettenhausen und deren sieben Mitarbeiter hat das laut Gisik keine Auswirkungen.

Branchenkenner hat die Nachricht nicht überrascht

Sie waren eher verblüfft, dass der 39-Jährige überhaupt so lange durchgehalten hat. Die „EneMe“-Geschichte eines Vater-Sohn-Konfliktes war als Thriller angelegt. Alles rund um die Produktion des Streifens bot jedoch Stoff für ein Kino-Märchen.

Gänzlich ohne Fördermittel, dafür mit Unterstützung von Geldgebern aus Osteuropa verwirklichte der in Reinhardshagen im Reinhardswald lebende Filmemacher seinen Traum. Gedreht wurde nicht nur in Kassel, sondern auch in St. Petersburg. Neben Thomalla standen andere Prominente wie Udo Schenk („In aller Freundschaft“), Thure Riefenstein („Kommissarin Lucas“) und Adam Bousdoukos („Soul Kitchen“) vor der Kamera.

Heute gesteht Gisik: „Ich habe alles riskiert

Für Kasseler Verhältnisse kann das eine Nummer zu groß gewesen sein.“ Die Produktionskosten von „EneMe“ will er nicht verraten. Auch zu den anderen Filmprojekten, die er mit seinen Jakale-Mitarbeitern derzeit vorbereitet, schweigt er. Seine Webseiten sind derzeit nicht erreichbar.

Die Hoffnung, dass „EneMe“ noch ein Erfolg wird, hat er auch nach der Insolvenz nicht aufgegeben: „Wenn die Vermarktung klappt, wird der Film nächstes Jahr den Markt erobern.“ Er glaubt weiterhin daran, dass seine bislang größte Produktion im Frühjahr auf renommierten Festivals laufen wird.

In der Region bekannt geworden war das aus Kasachstan stammende Multitalent mit Filmen über den Zweiten Weltkrieg. Später kündigte Gisik an: „Ich möchte Filme von Kassel in die Welt senden.“ Nun wird er erst einmal Erklärungen in die Welt senden, wie es mit ihm weitergeht. Für nächste Woche hat er eine Pressekonferenz angekündigt.

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