Mit eingebautem Batteriespeicher

Neue Wechselrichter von SMA: Energie aus der Wandkiste

Soll bis Ende nächsten Jahres auf den Markt kommen: Der Sunny Boy 5000 Smart Energy. Foto: privat/nh

Kassel / Niestetal. Energie erzeugen ist das eine, Energie speichern das andere. Denn die Stromerzeugung der Solarmodule auf dem Eigenheim stimmt nicht immer mit dem Verbrauch im Haushalt überein.

Bei steigenden Preisen für Haushaltsstrom und sinkenden Kosten für die Erzeugung von Solarenergie lohnt es sich aber, möglichst viel Sonnenstrom auch selbst zu verbrauchen. Da setzt SMA nun mit neuen Geräten an.

Die SMA Solar Technology AG in Niestetal (Kreis Kassel) stellt in erster Linie Wechselrichter her, die den mit Sonnenkraft erzeugten Gleichstrom in Wechselstrom wandeln, wie wir ihn in unseren Stromnetzen benötigen. Für private Haushalte sehen diese Geräte aus wie Kästen vom Format einer größeren Aktentasche, die an einer Wand montiert werden. Künftig sollen diese Wechselrichter auch einen Speicher enthalten, damit am Tag gewonnene Sonnenenergie am Abend genutzt werden kann.

Günther Cramer

Bis Ende des kommenden Jahres soll nach den Worten von SMA-Aufsichtsratschef Günther Cramer das als „Sunny Boy 5000 Smart Energy“ bezeichnete Gerät mit integrierter Lithium-Ionen-Batterie auf den Markt gebracht werden. Cramer: „Ein Wechselrichter mit Batteriespeicher verhält sich wie ein Kraftwerk.“ Die Idee: Wenn viele Wechselrichter mit einem Batteriespeicher ausgerüstet sind, dann müssen weniger konventionelle Kraftwerke mitlaufen, um das Netz zu stabilisieren. Ein Preis für das neue Gerät steht noch nicht fest.

Ziel der SMA-Entwickler ist es, mit dem Speichersystem den Eigenverbrauchsanteil des Solarstromerzeugers und somit die Unabhängigkeit vom Energieversorger zu erhöhen. Die Eigenverbrauchsquote soll durch den Speicher um 50 Prozent steigen. Der Anteil des Stroms aus der Fotovoltaikanlage, den der Haushalt selbst nutzen kann, steigt also um die Hälfte. Rund zwei Kilowattstunden soll der neue Wechselrichtertyp zwischenspeichern können. Genug Energie, um am Abend den Strombedarf einer vierköpfigen Familie für etwa dreieinhalb Stunden abzudecken.

Transportverluste vermeiden

Ziel der von der Politik eingeleiteten Energiewende – weg von der Atomkraft und fossilen Energieträgern, hin zu erneuerbaren Energien – ist es auch, möglichst Energie dort zu erzeugen, wo sie verbraucht wird. So können Transportverluste vermieden werden. Außerdem wird das öffentliche Stromnetz geringer belastet.

SMA betrachtet den neuen Wechselrichter mit eingebautem Batteriespeicher als einen Baustein in einem Geräteverbund, der ein intelligentes Energiemanagement ermöglicht. Das spart auch Geld. Denn Teil des Verbunds ist ein elektronischer Energiemanager, der den Verbrauch so steuern kann, dass beispielsweise eine Waschmaschine dann wäscht, wenn Energie am günstigsten ist.

Von Jan Schlüter

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