Planung für Neubausiedlung „Zum Feldlager“: Energiekonzept für 500 Bewohner

Kassel. Jedes Jahr warten Mieter und Hausbesitzer voller Sorge auf die Nebenkostenabrechnung: Steigende Heizkosten führen regelmäßig zu Ärger, mal abgesehen von den wachsenden Stromkosten. So mancher setzt deshalb auf Passivhäuser, die wenig Energie für die Heizung benötigen, aber auch mehr Investitionen etwa bei der Dämmung bedeuten können.

Auf ein anderes Konzept möchten Stadt und Städtische Werke bei der Neubausiedlung „Am Feldlager“ in Harleshausen setzen. Dort sollen künftig in 130 Gebäuden bis zu 500 Menschen wohnen.

Deshalb haben sie verschiedene Forschungseinrichtungen mit der Ausarbeitung eines Konzepts beauftragt. In einigen Wochen soll die Entscheidung für eine Variante fallen, wie Dr. Thomas Ebert, Vorstand der Städtischen Werke, jetzt bei einer Pressekonferenz mitteilte. In einem sind sich die Beteiligten einig: „Das Konzept wird weit über Kassel hinaus Standards setzen“, sagte Professor Klaus Vajen, Leiter der Abteilung Thermische Energiesysteme am Institut dezentrale Energietechnologien (IdE), das ebenfalls an der Erarbeitung beteiligt ist.

Mit im Boot sind außerdem das Fraunhofer-Institut für Bauphysik und der Fachbereich Geotechnik der Universität Kassel. „Wir wollen eine andere Variante ausprobieren“, sagte Stadtbaurat Christof Nolda. Statt hohen technischen Aufwands mit dem Ziel, wenig Energie zu verlieren, wie bei Passivhäusern, wolle man sich bei diesem Konzept auf die Energiequelle konzentrieren, den technischen Aufwand gering halten, kostenmäßig gut dastehen und damit konkurrenzfähig sein, sagte Nolda.

Drei Varianten haben die Einrichtungen geprüft. Einen Energiebedarf von 2100 Megawattstunden für Heizung und Warmwasserversorgung, so haben die Beteiligten ausgerechnet, wird die Siedlung einmal haben. Selbstständig und umweltverträglich soll die Wärmeversorgung natürlich auch sein. Man tendiere zu einer zentralen Wärmeversorgung mit einer Nutzung von Erdwärme durch Wärmepumpen und Solarthermie. Sprich: Die Häuser würden über Erdwärme versorgt, das Trinkwarmwasser könnte zusätzlich über die Sonnenenergie vor Ort erhitzt werden. Bei aller Besonderheit der Zusammenarbeit der verschiedenen Einrichtungen sei laut Ebert aber vor allem eines wichtig: Der Bewohner muss sich keine Gedanken über die Wahl der Energieversorgung machen.

Von Max Holscher

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.