EAM und Städtische Werke fürchten sinkende Einnahmen

Den Energieversorgern brechen Gewinne ein

Kassel. Die regionalen Energieversorger EAM und Städtische Werke Kassel fürchten in Zukunft deutlich sinkende Gewinne. Hintergrund sind neue Grundlagen für die Berechnung der Netzentgelte.

Mit ihren Vorschlägen will die Bundesnetzagentur Preise für Verbraucher stabilisieren. Demnach müssten die Netzbetreiber mit niedrigeren Erträgen für die Durchleitung von Strom und Gas rechnen.

Um Arbeitsplätze sorgt sich deshalb die Gewerkschaft Ver.di, die mit EAM und Städtischen Werken die heimischen Bundes- und Landtagsabgeordneten angeschrieben hat. In dem Positionspapier wird vor einer deutlichen Verschlechterung und Risiken für die Netzbetreiber gewarnt. „Die wirtschaftliche Basis unserer kommunalen Energieversorger ist gefährdet.“ Arbeitsplätze seien bedroht, sagte Axel Gerland, Geschäftsführer von Ver.di in Nordhessen.

EAM hat etwa 1200 Mitarbeiter. Für die Kasseler Verkehrs- und Versorgungs GmbH (KVV), dem Mutterkonzern der Städtischen Werke, arbeiten rund 1900 Menschen.

Nach Gerlands Informationen sind spürbare Gewinnrückgänge zu erwarten. Nach Schätzungen müsse EAM zum Beispiel mit einem Einbruch von bis zu 18 Millionen Euro kalkulieren, was einer Halbierung entspräche. 2014 lag der Konzerngewinn bei etwa 30 Millionen Euro. Weder EAM noch Städtische Werke wollten auf Anfrage Zahlen nennen oder bestätigen.

Energieexperte Dr. Marcus Stronzik vom Wissenschaftlichen Institut für Infrastruktur und Kommunikationsdienste in Bad Honnef, hält die Überarbeitung der sogenannten Anreizregulierung für eine „sinnvolle Weiterentwicklung“, damit Strom- und Gaspreise für Verbraucher sinken. In deren Interesse sei es nötig, einige Energieversorger „aus der Komfortzone“ herauszuholen. Gut geführte Netze brächten immer noch anständige Renditen, „aber nicht mehr so hohe wie früher“.

Rubriklistenbild: © dpa

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