Stiftungen der SMA-Gründer warnen vor schleppendem Ausbau

Energiewende droht in der Region zu scheitern

Kassel. Der Ausbau von Produktionslagen für erneuerbare Energien ist in Nordhessen ins Stocken geraten. Der cdw-Stiftungsverbund warnt, dass selbstgesteckte Ziele bei der Energiewende in der Region nicht zu erreichen seien, wenn die Entwicklung weiter so schleppend verläuft.

Hinter dem Verbund stehen die Stiftungen der drei SMA-Gründer Günther Cramer, Peter Drews und Rainer Wettlaufer.

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist zum Beispiel der Zubau von Photovoltaik-Anlagen in der Region im ersten Halbjahr 2014 um 65 Prozent eingebrochen. Ähnlich drastisch ist der Rückgang von 50 Prozent bei Bioenergie-Anlagen. Der Ausbau in der Wasserkraft stagniere seit Jahren.

Diese „Tempoverringerung gibt Anlass zur Besorgnis“, sagte Volker Wasgindt, Geschäftsführer des cdw-Stiftungsverbundes. „Wir brauchen alle erneuerbaren Energieträger.“ Auf der Internetseite www.energiewende-nordhessen.com veröffentlicht der Stiftungsverbund Daten zur Produktion erneuerbarer Energie in der Region und will damit für Transparenz sorgen.

Wesentlicher Grund für die aktuelle Entwicklung sei die letzte Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), sagte Wasgindt. Die schlechteren Rahmenbedingungen hätten für erhebliche Verunsicherungen bei Investoren gesorgt. Besonders betroffen seien Bürger-Energiegenossenschaften, für die „einige Hürden aufgebaut“ worden seien.

Helga Weber, Vorstand der Bürger-Energie Kassel, bestätigt das. „Die Daumenschrauben sind so angezogen worden“, dass sich bestimmte Investitionen für Genossenschaften nur noch unter Umständen lohnen – „mit einer sehr überschaubaren Rendite“, sagte Weber.

Noch größere Schwierigkeiten machten aber harte Überprüfungen der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Kaum eine Genossenschaft könne deren Anforderungen erfüllen, sagte Weber.

Von Claas Michaelis

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