Katholisches Gymnasium Engelsburg will Schulgeld erheben

Begehrte Traditionsschule am Richardweg: In die aktuellen fünften Klassen hat das Engelsburg-Gymnasium 150 Schüler aufgenommen, über hundert erhielten eine Absage. Fotos: Koch

Kassel. Das traditionsreiche katholische Engelsburg-Gymnasium wird demnächst Schulgeld erheben. Das sei eine „einschneidende Veränderung“, sagt Schulleiter Dieter Sommer. Bislang gibt es nur ein freiwillig zu zahlendes Elterngeld. Es liegt im Monat bei empfohlenen 50 Euro pro Kind.

Dieser Beitrag sei auch von einer großen Mehrheit der Eltern gezahlt worden, sagt Sommer. Nur zehn Prozent der Eltern beteiligten sich nicht. Planungssicherheit habe für die Schule aufgrund dieser Freiwilligkeit nicht bestanden. „Wir brauchen aber Verlässlichkeit“, sagt Thomas Bünger vom Schulträger, dem Orden der Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel. Deshalb werde ab dem 1. August 2014 ein Schulgeld erhoben, das monatlich bei einem festen Betrag von „unter hundert Euro“ liegen soll.

Noch entschieden werde, ob es ein einheitliches oder ein gestaffeltes Schulgeld sein wird. Die Regelung gilt für alle Schüler, die ab dem Schuljahr 2013/14 die Schule am Richardweg 3 besuchen.

Dieter Sommer

Eine abschreckende Wirkung befürchtet das begehrte Gymnasium nicht. Im vergangenen Schuljahr wurden 150 Fünftklässler aufgenommen; über hundert mussten abgelehnt werden. Insgesamt besuchen 1110 Schüler die Engelsburg. Sie werden von 86 Lehrern unterrichtet.

Zur Erhebung von Schulgeld hat sich der Träger des Gymnasiums auch vor dem Hintergrund entschlossen, dass in Wiesbaden jetzt eine Novellierung des Ersatzschulfinanzierungsgesetzes auf den Weg gebracht wird. Es solle der Ungleichbehandlung von Schulen ein Ende bereiten.

Mit einem festen Schulgeldsatz gestalte sich auch innerhalb des Engelsburg-Gymnasiums die Finanzierung „ein Stück weit gerechter“, sagt Dieter Sommer. Es werde Ausnahmeregelungen etwa für Hartz-IV-Empfänger geben.

Thomas Bünger

Die Eltern zeigten Verständnis für diese Veränderung, wie auch die Reaktionen während der jüngsten Infoveranstaltungen für künftige Fünftklässler gezeigt haben. Als Privatschule, die kein verbindliches Schulgeld erhebt, sei das Engelsburg-Gymnasium bislang ein seltener Exot in Deutschlands Privatschullandschaft gewesen, sagt Sommer.

Die katholische Ursulinenschule in Fritzlar, die sich in Trägerschaft des Bistums Fulda befindet, verlangt 50 Euro pro Schüler und Monat.

Von Axel Schwarz

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