Riesige Nachfrage nach spritsparenden Direktschaltgetrieben

Engpass in Baunatal bremst VW in Wolfsburg

Baunatal. Volkswagen hat ein Problem: Die Nachfrage nach den spritsparenden Direktschaltgetrieben ist so groß, dass die Getriebefertigung im Werk Kassel in Baunatal nicht mehr nachkommt. Um die Versorgung der deutschen Fahrzeugwerke mit Getrieben aus Baunatal bis zum Jahresende stabil zu halten, werden in Wolfsburg nun für zwei Tage die Bänder angehalten. Dies bestätigte gestern VW-Sprecher Christoph Adomat.

Erst am Dienstag hatte Europas größter Autobauer bekannt gegeben, dass allein die Marke Volkswagen in den ersten neun Monaten dieses Jahres den Absatz um 12,3 Prozent auf 3,81 Millionen gesteigert hat. „Auch für das vierte Quartal ist der Konzern zuversichtlich“, sagte Adomat.

Nun ruht in den Herbstferien am Freitag, dem 21. Oktober, und am Montag, dem 24. Oktober, jeweils dreischichtig die Produktion in Wolfsburg. In den Fahrzeug-bauenden Werken Emden und Zwickau werden in diesem Monat ebenfalls die Bänder für zwei Tage angehalten - während in Baunatal die Produktion weiterhin im Vier-Schicht-Betrieb läuft, um die spritsparenden DSG-Getriebe zu fertigen.

Seit Monaten arbeitet die Belegschaft des VW-Getriebeleitwerks an der Kapazitätsgrenze. Auch an Wochenenden, Feiertagen und in den Werksferien wird gearbeitet. Die Auslastung dürfte im Getriebebau bei 100 Prozent liegen. Nur so sei es möglich gewesen, die Jahresproduktion der DSG-Getriebe innerhalb von nur zwei Jahren von 0,93 Millionen im Jahr 2009 auf nun voraussichtlich mehr als 1,7 Millionen nahezu zu verdoppeln, sagte Adomat. Insgesamt werden in diesem Jahr über alle Varianten 3,9 Millionen Getriebe das Baunataler Werk verlassen.

Um die Kapazitäten am Standort auszubauen, investiert VW in den kommenden beiden Jahren rund 550 Millionen Euro in die Getriebebau-Fertigung.

Hintergrund: Baunatal baut Kapazitäten aus

Bis zum Jahresende sollen am VW-Standort Baunatal 3,9 Millionen Getriebe gefertigt werden. Noch vor einem Jahr waren es 3,4 Mio. Um dieses enorme Pensum zu schaffen, wurde im Werk Kassel die Belegschaft kontinuierlich aufgebaut. Zum Jahresende werden 1400 Beschäftigte mehr im Werk arbeiten. Die Stammbelegschaft wird damit auf 14 000 steigen. Zusätzlich arbeiten am Standort noch 1700 Leiharbeiter, die bei der konzerneigenen Wob AG beschäftigt sind. Um die Fertigung komplett auszulasten, wurde im Werk begonnen, das 15-Schicht-Modell auf ein 18-Schicht-Modell auszubauen. Derzeit wird es schrittweise eingeführt. (mwe)

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