Zwei weitere Betrugsversuche scheiterten

Enkeltrick: Elegante Blondine betrog Paar um 17.000 Euro

Kassel. Sie ist blond, elegant und etwa Mitte 30. Und sie ist eine Betrügerin. Eine Frau hat am Montag ein Ehepaar aus Niederzwehren mit einer Variante des Enkeltricks aufs Kreuz gelegt und es um 17.000 Euro betrogen.

Zwei weitere Versuche, bei denen ebenfalls eine Frau mit einer ähnlichen, gleichfalls erfundenen Geschichte anrief, scheiterten hingehen. Noch bevor in diesen Fällen Geld übergeben werden konnte, riefen die potentiellen Opfer bei ihren „richtigen“ Verwandten an und konnten so den Schwindel rechtzeitig aufdecken.

Nach Angaben von Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch klingelte bei dem Ehepaar in Niederzwehren gegen 15.30 Uhr das Telefon. Da die 69-Jährige die Stimme der Frau am anderen Ende der Leitung nicht sofort erkannte, ließ die Anruferin die Seniorin raten. Als sie auf die Tochter ihrer verstorbenen Cousine in Nordrhein-Westfalen tippte, stieg die Betrügerin sofort darauf ein. Ihre veränderte Stimme erklärte sie damit, dass sie im Moment erkältet sei.

 Dann schilderte sie ihre vermeintliche Notlage. Sie sitze gerade bei einem Notar in Lohfelden, um eine Wohnung zu kaufen. Ihre geleistete Anzahlung in Höhe von 17.000 Euro sei aber offenbar bei der Bank nicht rechtzeitig angekommen. Sie bat darum, ihr kurzfristig diese Summe zu leihen.

„Frau Feldmann“ kommt

Da die 69-Jährige vor einer Zusage noch mit ihrem Mann sprechen wollte, wurde ein weiterer Anruf vereinbart. Noch bevor das Ehepaar alles besprechen konnte, rief die vermeintliche Tochter der Cousine erneut an und machte mit der Bemerkung, jetzt drohe der Notartermin zu platzen, erneut Druck. Dies würde sie dann allein 1700 Euro extra kosten.

Derart überrumpelt sagte die 69-Jährige zu. Die Anruferin kündigte daraufhin eine „Frau Feldmann von der Sparkasse“ an, die zudem eine gute Freundin von ihr sei und gleich an der Wohnung erscheinen und das Geld in Empfang nehmen würde.

Vor dem Haus sah das Ehepaar wenig später eine elegante, mit einem leuchtend blauen Kostüm und einer weißen Bluse bekleidete, etwa 1,60 bis 1,70 Meter große Frau stehen, die mit ihrem Handy telefonierte. Aus dem Fenster heraus fragte das Paar, ob sie „die Frau Feldmann wäre“. Daraufhin kam die strohblonde, etwa 30 bis 35 Jahre alte Frau ins Haus und ließ sich noch im Treppenhaus einen Umschlag mit 17.000 Euro in 500-er Scheinen aushändigen.

Da sie ständig das Handy am Ohr hatte, konnte das Ehepaar kaum mit der Frau sprechen. Die wenigen Worte seien aber auf Hochdeutsch gewesen. Als die Frau gegangen war, beschlichen das Rentnerpaar erste Zweifel. Der Mann rief daraufhin die Tochter der Cousine auf dem Festnetz in Nordrhein-Westfalen an. Als sie das Gespräch sofort annahm war den Senioren klar, dass sie einer Betrügerin auf den Leim gegangen waren. (use)

Hinweise: An die Polizei unter Tel. 05 61/9100.

Rubriklistenbild: © dpa

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