Prunk- und Galasitzung der Kasseler Karnevalsgesellschaft Die Windbiedel

Enten flogen statt Kamellen

Machten eine gute Figur: Die Juniorinnen der Windbiedel bei ihrem Marschtanz. Fotos: Socher

Nord-Holland. Schunkeln reicht nicht mehr, bei der Prunk- und Galasitzung der Großen Kasseler Karnevalsgesellschaft - die Fuldataler Windbiedel - im Philipp-Scheidemann-Haus flogen Quietscheenten statt Kamellen, eine 13-Jährige stieg in die Bütt, und Gäste aus dem Starclub gab es auch.

„Wenn jetzt jeder seinem Nachbarn ein Lächeln schenkt, dann wurde heute zumindest jeder einmal angelächelt“, begrüßte Präsident Rolf Figge den voll besetzten Saal. Und tatsächlich, die Windbiedel sind ein lustiger Verein, der es den Zuschauern nicht schwer machte, auch öfter noch an dem kurzweiligen Abend zu lächeln. Da gab es kaum jemanden, den es noch auf dem Stuhl hielt, als die Funkengarde über das Parkett fegte.

Das gleiche Bild bei dem Schautanz der Junioren. Auf Wunsch des Publikums gab Sängerin Melanie Freitag noch eine Zugabe und bekam für ihr musikalisches Können ein dreifach donnerndes Alaaf und Helau. Die beiden Tanzmariechen Sonja Debus und Eileen Freese wackelten gekonnt mit ihren Röcken und brachten die Zuschauer mit ihrer akrobatischen Einlage allein vom Zusehen ins Schwitzen.

Zwischen Gardetänzen, Mariechen und Funken war eine besonders aufgeregt: Jana Minkler hielt ihre erste Büttenrede. Seit ihrer Geburt ist die 13-Jährige ein Windbiedel, mit drei Jahren hat sie angefangen zu tanzen. Für ihren Auftritt hat die Baunatalerin zwei Wochen geübt. Sie träumte in ihrer Rede davon, 18 zu sein. Dann könne sie endlich Glühwein trinken und ihre zerrissenen Jeans tragen, egal, was Mama sagt.

Auch die anderen Büttenredner holten mit scharfer Zunge zu einem Rundumschlag aus. Dieter Prostka sinnierte als Pilot der „Air Katastropholus“ über das Fliegen und seine schlechten Augen. Das sei aber kein Grund zur Besorgnis, denn zur Not habe er ja noch einen Co-Piloten. Und weil ein Flug sozusagen nur noch im Vollrausch zu ertragen sei, steigt er lieber in die Bütt.

Das schönste Bild hinter der goldenen Eule aber gab Patrick Hartmann ab. Als Ehemann mit Schürze und Besen erzählte er von 25 Jahren Ehe mit seiner „Alten“, wie er seine Frau liebevoll nennt. Da applaudierte so manch leidgeplagter Ehemann im Publikum zustimmend.

Die schönste Boygroup des Kasseler Karnevals – so wurde die Gesangsgruppe „Die Wölfe“ angekündigt und sie hielt das Versprechen – brachte dann den Saal mit kölschen Stimmungsliedern zum Kochen.

Aus dem Land der Pizza und Pasta kamen die beiden Clowns im Anzug Toni und Massimo. Sie verzauberten die Zuschauer mit ihrem südländischen Temperament. Auf die lauten Lacher folgte textsicheres Mitsingen, als Riccardo Mancici Tom Jones’ „Sexbomb“ zum Besten gab. Das gut gelaunte Publikum verteilte Applaus, Raketen und Ovationen im Stehen. Und Jana Minkler möchte nächstes Jahr wieder mit eigener Büttenrede auf die Bühne. ZITATE

Von Mareike Nicklas

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