Für das Weihnachtsessen der Studenten muss der Mensaleiter schon nachts aufstehen

Entenbrutzeln im Akkord: Um drei Uhr geht`s los

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Ein Festmahl zu Weihnachten: Mensaleiter Meik Lischka servierte zusammen mit seinem Team insgesamt 2000 Entenkeulen, gewürzt mit Beifuß, schwarzem Pfeffer und Kräutern der Provence.

Kassel. Noch herrscht am Mittwoch um kurz vor 11 Uhr in der Zentralmensa Ruhe. Doch in einer guten Stunde werden hier Studenten Schlange stehen.

2000 Entenkeulen werden in den nächsten drei Stunden zum Preis von je zwei Euro in die Mägen hungriger Studenten wandern. 400 mehr als vergangenes Jahr, schließlich hat die Uni Rekordzulauf an Erstsemestern.

Sigrid Minnich ist mit der Weihnachtsdekoration fast fertig. Zwischen falsche Tannenzweige, echtes Trockenobst und selbst gebackene Lebkuchenmännchen hängt sie Plakate, die schon das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen: Braun gebratene Entenkeulen vor einer Winterlandschaft.

Um drei Uhr geht es los

Damit das Weihnachtsessen für die Studenten pünktlich und heiß auf den Tisch kommt, hat Mensaleiter Meik Lischka auf ein paar Stunden Schlaf verzichten müssen. Wohl kurz nachdem so mancher seiner studentischen Esser ins Bett gegangen ist, musste der 36-Jährige schon aufstehen.

Um drei Uhr in der Frühe hat er die ersten Entenkeulen mit Bio-Kräutersalz, Beifuß, schwarzem Pfeffer und Kräutern der Provence gewürzt und dann in den Ofen geschoben. Zwei Stunden später kam ein weiterer Koch, um ihn bei der Arbeit zu unterstützten.

Sonst fangen sie in der Mensa-Küche frühestens um sechs Uhr an. Für Entenkeulen wäre das viel zu spät. Denn sie müssen zwei bis zweieinhalb Stunden garen und später noch einmal zum Brutzeln für eine halbe Stunde in die Bratröhre. Die Öfen der Zentralmensa fassen 280 Keulen gleichzeitig. Für den neuen Mensachef, der erst im Juli sein Amt übernommen hat, war das Organisieren des „Schichtwechsels“ im Ofen eine Herausforderung.

Die haben Lischka und sein 42-köpfiges Team bestanden. Die ersten goldgelb und kross gebratenen Entenkeulen in Orangensauce sind schon eine dreiviertel Stunde vor Öffnung der Mensa fertig.

Das Personal probiert, bevor der große Ansturm von Studenten beginnt. Lecker, lautet die einhellige Meinung der Mitarbeiter. Lischkas Gesicht entspannt sich merklich.

Die Mitarbeiter haben sich den Schmaus redlich verdient, denn sie mussten am Vortag des Weihnachtsessens jede Menge Überstunden machen. Denn es gibt ja zur Feier des Tages noch mehr Schmankerl auf der Speisekarte der Mensa: pochierten Lachs, mit Pilzen gefüllte Pasta für die Vegetarier unter den Studenten und eine Menge verschiedener Süßspeisen. Nächstes Jahr will sich der Mensachef ein anderes Gericht zu Weihnachten ausdenken. Er liebt die Abwechslung. Vielleicht Entenbrust? Lischka wiegt bedenklich den Kopf: Die sei viel teurer und außerdem noch aufwendiger in der Zubereitung. (pdi)

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