Künstler-Catering

Er bringt das Essen für die Stars im Kulturzelt Kassel

Beim Kulturzelt Kassel auf der Hessenkampfbahn von links Claudia Schmidt (Wirtschaftsbetriebe Wintershall Dea), Lutz Riemer und Mathias Jacob vom Kulturzelt-Team und Jungkoch Malte Kirch.
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Menü-Lieferservice vor Konzertbeginn: von links Claudia Schmidt (Wirtschaftsbetriebe Wintershall Dea), Lutz Riemer und Mathias Jacob vom Kulturzelt-Team und Jungkoch Malte Kirch, der das Künstler-Catering eigenständig organisiert.

Jungkoch Malte Kirch vom Kulturzelt-Sponsor Wintershall Dea versorgt Künstler und Crew auf der Hessenkampfbahn mit einem Menü-Lieferservice vor dem Auftritt.

Kassel – Vom Jungkoch in der Betriebsküche von Wintershall Dea ist Malte Kirch unversehens zum Tournee-Caterer für populäre Musiker geworden. Stars wie Tocotronic und Till Brönner, Anna Depenbusch und Helge Schneider werden von dem 21-Jährigen bekocht, bevor sie auf der Kulturzelt-Bühne der Hessenkampfbahn mit ihren Auftritten loslegen. Auch die Technik- und Organisationscrew stärkt sich dann noch mal mit Kirchs Gerichten, bevor der Konzertabend beginnt.

Als langjähriger Hauptsponsor des Kasseler Kulturzelt sorgt Wintershall Dea diesmal auch für die Verpflegung der Akteure, die in normalen Jahren von den Gastronomen im Biergarten an der Drahtbrücke kommt. Ersatzweise „hätten wir auch immer was bestellen können, aber das macht dann wieder Müll“, sagt Mathias Jacob vom Verein Zeltkultur.

Statt dessen gibt’s täglich zwei frisch gekochte Menüs zur Wahl vom Porzellanteller, die Nachwuchskoch Kirch von A bis Z selbst konzipiert und um 16 Uhr per Kleinbus anliefert. „Alle freuen sich immer darauf“, sagt Jacob. Auch von Künstlern, die ja oft als kapriziös und anspruchsvoll gelten, habe noch niemand gemeckert – im Gegenteil. Schließlich hat das Wintershall-Casino unter Kassels Firmenrestaurants einen ausgezeichneten Ruf.

Seine Ausbildung in der Betriebsküche hat Malte Kirch kürzlich abgeschlossen. Bei Wintershall ist derzeit recht wenig Kantinenbetrieb, weil noch viele Beschäftigte im Homeoffice sind. Auch das große Catering für den Kulturzelt-Empfang des Hauptsponsors fiel dieses Jahr aus – ebenso wie die üblichen Ausbildungswettbewerbe, bei denen der Branchennachwuchs sein Können zeigen kann. Da sei die Künstlerverpflegung am Kulturzelt auch ein Stück Nachwuchsförderung, sagt Claudia Schmidt, Leiterin der Wirtschaftsbetriebe von Wintershall Dea.

„Mein Chef hat mich gefragt, ob ich das machen will“ – und zwar komplett eigenverantwortlich, erzählt Malte Kirch. Er habe sich das zugetraut und dafür auch Zuspruch aus seinem Team bekommen, wo er stets eine helfende Hand finde. „Aber im Prinzip mache ich das allein.“

Jeden Konzerttag ab 10.30 Uhr steht er in Sachen Kulturzelt am Herd, hat zuvor mit den Organisatoren geklärt, was bei den Künstlern zu beachten ist – etwa ob vegan gegessen wird. Es kommen zwar immer neue Akteure, aber der 21-Jährige hat den Ehrgeiz, dass sich in seiner Speisenauswahl so gut wie nichts wiederholt.

Etwa 30 Personen hat Jungkoch Kirch an einem durchschnittlichen Konzerttag zu bekochen. Auf der Innenseite der beiden historischen Gebäude, die zur Hessenkampfbahn gehören, sind hinter Trennwänden die Aufenthaltsbereiche für Künstler und Kulturzelt-Personal eingerichtet, wo Kirchs Lieferung aufgetischt wird.

Wenn dann alle satt sind und um 18 Uhr das Konzert beginnt, ist der Jungkoch schon wieder weg. „Aber ich bekomme ja immer die Soundchecks mit“, sagt er. (Axel Schwarz)

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