Mediziner darf nicht mehr tätig sein

Er filmte seine Mitarbeiterinnen auf der Toilette: Arzt hat Praxis verkauft

Kassel. Der Kasseler Arzt, der seine Mitarbeiterinnen auf der Personaltoilette mit einer versteckten Kamera gefilmt hatte, ist nicht mehr tätig.

Nach Informationen der HNA hat der Internist seine Kasseler Praxis zum Jahreswechsel verkauft. Auf Nachfrage bei der Landesärztekammer teilte diese mit, der Arzt sei kein Mitglied mehr. Damit darf er in Hessen auch nicht mehr praktizieren.

Weil er seine etwa zehn bis zwölf Mitarbeiterinnen heimlich in intimen Situationen filmte und fotografierte und dabei im Frühjahr 2015 von einer seiner Mitarbeiterinnen ertappt wurde, war gegen den Kasseler Mediziner bereits ein Strafbefehl ergangen, der mit einer Geldstrafe verbunden war. Die Höhe wollte die Staatsanwaltschaft nicht mitteilen. Allerdings gilt das Spannen auf der Toilette juristisch als „Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen“ und wird nur als niederschwelliges Delikt behandelt.

Die Faktenlage gegen den Internisten war erdrückend: Denn der Arzt hatte sich selbst beim Anbringen der Mini-Kameras gefilmt und das Bildmaterial war auf seinem Computer entdeckt worden.

Der Mediziner war auch bei der Landesärztekammer angezeigt worden. Sie kann bei Verstößen gegen das Berufsrecht Strafen verhängen, die bis zu einem Berufsverbot (Entzug der Approbation) reichen können. Nachdem die Landesärztekammer nun aber bekannt gab, dass der Arzt kein Mitglied mehr ist, kann er derzeit ohnehin nicht als solcher arbeiten. Über die Approbation entscheide das Hessische Landesprüfungs- und Untersuchungsamt im Gesundheitswesen. Dort war am Freitag allerdings nicht zu erfahren, ob der Arzt seine Zulassung behalten darf.

Über seinen Anwalt hatte der betroffene Mediziner seinerzeit auch gegenüber der HNA seine Tat eingeräumt. Er hatte mitteilen lassen, dass er sich erfolgreich einer psychologischen Behandlung unterzogen habe.

Rubriklistenbild: © dpa-tmn

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