1. Startseite
  2. Kassel

Kasseler Gastronom Werner Körber ist im Alter von 64 Jahren gestorben: Er hatte immer ein Lachen auf den Lippen

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Ulrike Pflüger-Scherb

Kommentare

Ein Vollblut-Gastronom: Werner Körber, Chef des Schillerecks, dem Restaurant im Kasseler Schillerviertel, ist am 26. Februar überraschend gestorben. ARCHIV
Ein Vollblut-Gastronom: Werner Körber, Chef des Schillerecks, dem Restaurant im Kasseler Schillerviertel, ist am 26. Februar überraschend gestorben. ARCHIV © Andreas Fischer

Der Kasseler Gastronom Werner Körber ist im Alter von 64 Jahren gestorben.

Kassel – „Mein Schillereck ist für mich Heimat.“ Das hat Werner Körber vor einem Jahr im Interview mit der HNA gesagt, als es um die Auswirkungen von Corona auf die Gastronomie ging. Die Lockdowns hatten dem Gastronomen sehr zugesetzt. Er vermisste seine Gäste und seine Angestellten.

Nachdem die Geschäfte nur wieder schleppend angelaufen waren, freute sich Körber um so mehr darauf, in seinem Restaurant im Schillerviertel durchstarten zu können. An Rente dachte der 64-jährige Vollblut-Gastronom noch lange nicht. Aus diesen Plänen wird nichts mehr werden. Werner Körber starb am Samstag, 26. Februar, überraschend. Sein 50-jähriges Dienstjubiläum in der Gastronomie werden seine Gäste und Weggefährten am 1. August 2022 nicht mehr mit ihm feiern können.

Für Körber, der von langjährigen Weggefährten auch schon mal „Körbchen“ genannt wurde, sei es schon als Kind klar gewesen, dass er in die Gastronomie geht, erzählt sein Sohn Danny. Werner wohnte mit seinen Eltern und den beiden älteren Schwestern am Zwehrenturm in der Innenstadt. Unter der Wohnung der Eltern befanden sich die Elisabethstuben. Dort verbrachte Werner Körber, der die Schule am Wall besuchte, viele Stunden und schaute sich so einiges in der Küche ab. „Mein Vater wollte mich bei Henschel unterbringen, aber ich habe mich für die Küche entschieden“, sagte Werner Körber vor einigen Jahren über seinen Einstieg in die Gastronomie.

Seine Ausbildung absolvierte er von 1972 bis 1975 im Kurhotel Habichtswald. Nach seinem Wehrdienst ging er nach Spanien, kochte in einem Restaurant zwischen Alicante und Valencia. Zurück in Kassel arbeitete er in der Weinstube Sankt Elisabeth und übernahm 1983 sein erstes eigenes Restaurant in der Nordstadt. Körber wurde Vereinswirt der SV Hermannia Kassel. Bis 1997 schmiss er das Vereinsrestaurant. „In dieser Zeit machte er die Clubhausgastronomie zu einer der anerkanntesten und bekanntesten Gastronomie-Adressen in Kassel“, sagt Alt-Hermanne Gerd Fuchs über seinen Freund. Als die schweren Zeiten des Vereins Mitte der 1990er-Jahre begannen, stellte sich Körber sogar als zweiter Vorsitzender in die Dienste des Vereins. Bis zuletzt habe Körber den Hermannengeist in sich getragen. Für die Alt-Fußballer war es selbstverständlich, dass sie Körber regelmäßig im Schillereck besuchten.

Bevor er 2007 das Restaurant in der Nordstadt mit seiner damaligen Frau Patricia übernahm, waren die Körbers auch im Clubhaus des TC 31, in der Kneipe Knispel in Harleshausen sowie von der Stahlbergbaude an der Sport- und Freizeitanlage Rasenallee tätig. Dort stiegen auch legendäre Après-Ski-Partys mit dicken Eisblöcken, bei denen die beiden Söhne Danny und André tatkräftig anpackten.

Hobbys habe er keine, sagte Körber vor einigen Jahren. Sein Beruf sei sein Hobby. „Wenn ich 14 Tage im Urlaub bin, fange ich nach spätestens acht Tagen an, meine Gäste zu vermissen.“

Die Gäste liebten Körbers deutsche Küche, vor allem seine Schnitzel und Steaks. Körber hatte eine Leidenschaft außerhalb seiner Küche: Er verbrachte gern Zeit mit seinen Enkeln. Und natürlich mit den vielen Stammgästen. Die schätzten die Gespräche mit dem Gastronomen, der sich nach getaner Arbeit gern zu ihnen an den Tisch setzte. „Er war immer fröhlich, hatte ein Lachen im Gesicht und auf alles eine Antwort“, sagt sein Sohn Danny. Über Fußball habe sein Vater als Fan von Gladbach in jüngster Zeit besonders viel zu erzählen gehabt.

Auch am Freitagabend vor seinem Tod habe er im Schillereck mit alten Freunden wieder am Tisch gesessen. Es soll ein sehr schöner Abend gewesen sein. (Ulrike Pflüger-Scherb)

Auch interessant

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,
wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.
Die Redaktion