1. Startseite
  2. Kassel

Er war das Gesicht des CVJM

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Thomas Siemon

Kommentare

Vom Praktikanten zum Geschäftsführer: Volker Klebaum hat den Kasseler CVJM geprägt und geht nach gut 40 Jahren in den Ruhestand.
Vom Praktikanten zum Geschäftsführer: Volker Klebaum hat den Kasseler CVJM geprägt und geht nach gut 40 Jahren in den Ruhestand. © Thomas Siemon

Die vielen Kontakte und die Gruppenfahrten wird er vermissen, die Sitzungen und den auch durch Corona angewachsenen Papierkram eher nicht. Am Wochenende wird Volker Klebaum (65) als leitender Sekretär (Geschäftsführer) des Christlichen Vereins junger Menschen (CVJM) Kassel verabschiedet. Nach gut 40 bewegten Jahren, auf die er ausgesprochen dankbar zurückblickt.

Kassel - Dankbar auch deshalb, weil bei den vielen Gruppenfahrten, die er betreut hat, nie etwas wirklich Gravierendes passiert ist. Beim Schwimmen in einem schwedischen See nicht, beim Kanufahren und auch nicht beim Bergwandern. „Man kann das alles zwar verantwortungsvoll vorbereiten, aber trotzdem bleibt immer ein Restrisiko“, sagt er.

Volker Klebaum weiß, wovon er redet. Allein im französischen Avignon war er bestimmt 20 Mal mit verschiedenen Gruppen. Er hat diese Fahrten geliebt, den Kontakt zu den Kindern und Jugendlichen, das gemeinsame Singen, die Gespräche auch über schwierige Themen. „Für mich war das eine Lebensaufgabe“, sagt er. Und ganz nebenbei: Die Hochzeitsreise mit seiner Frau Sabine ging auch nach Avignon. Die beiden haben sich durch den CVJM kennengelernt, wo sie ehrenamtlich tätig war und bis heute ist.

Aufgewachsen ist Volker Klebaum in Tuttlingen (Baden-Württemberg). Mit seinem Vater, der als Briefträger früh aufstehen musste, aber auch früh wieder daheim war, ist er im Sommer ganz oft im Bodensee schwimmen gewesen. Als sich die Chance ergab, den Zivildienst mit einem Praktikum beim CVJM in Kassel zu verbinden, hat er das gemacht. Und ist in Nordhessen sesshaft geworden. Nach der Ausbildung an der CVJM-Hochschule im Druseltal stieg er als Jugendsekretär in die hauptamtliche Arbeit ein.

Die hat sich in den vergangenen Jahrzehnten spürbar gewandelt. „Wir hatten damals Gruppen von bis zu 40 Kindern, heute sind es deutlich weniger“, sagt Volker Klebaum. Ebenso wie Sportvereine, Jugendfeuerwehr oder Jugend-Rotkreuz habe man mit einem geänderten Freizeitverhalten zu kämpfen. Nach den Ganztagsangeboten in der Schule bleibe nicht mehr viel Luft für Hobbys. Zudem sei es früher üblich gewesen, dass die Kinder selbstständig mit Bus und Bahn zum CVJM-Haus an der Wolfsschlucht gekommen seien. Viele Eltern hätten heute Bedenken und würden den Nachwuchs lieber mit dem Auto bringen. Oder die Angebote erst gar nicht wahrnehmen.

Volker Klebaum ist trotzdem davon überzeugt, dass die Aktivitäten des CVJM unter anderem im Sport in Zusammenhang mit der Vermittlung christlicher Werte eine Zukunft haben. Man bekomme immer wieder Rückmeldungen aus ganz Deutschland von Ehemaligen. „Die wissen im Rückblick unsere Jugendarbeit sehr zu schätzen und unterstützen uns mit Spenden“, sagt der 65-Jährige.

Der geht so wie ihn viele kennen. Mit einem Lächeln im Gesicht und der Gewissheit, dass es einen guten Nachfolger gibt. Der heißt Benjamin Seiler, stammt aus dem Bergischen Land und hat sich bereits eingearbeitet. (Thomas Siemon)

Auch interessant

Kommentare