Er will die Bürger einbinden

Kommunalwahl in Kassel: Christian Klobuczynski tritt für Freie Wähler an

Mit dem Wesertor fest verbunden: Christian Klobuczynski tritt als Spitzenkandidat der Freien Wähler für die Wahl der Stadtverordnetenversammlung an. Er arbeitet an der Weserspitze.
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Mit dem Wesertor fest verbunden: Christian Klobuczynski tritt als Spitzenkandidat der Freien Wähler für die Wahl der Stadtverordnetenversammlung an. Er arbeitet an der Weserspitze.

Vor der Kommunalwahl am 14. März 2021 stellen wir die Spitzenkandidaten der einzelnen Listen vor, die in Kassel antreten. Hier: die Freien Wähler

Kassel – Er lebt im und für das Wesertor: Christian Klobuczynski ist fest in seinem Stadtteil verwurzelt. Nun will er sich als Spitzenkandidat der Freien Wähler noch stärker für die Belange der gesamten Stadt einsetzen. Dabei hat sich der 54-Jährige hohe Ziele gesteckt: Er will mit den Freien Wählern so viele Stimmen erreichen, dass diese eine eigene Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung bilden können. Dafür wären vier bis fünf Prozent nötig. Bei der vergangenen Wahl waren es knapp drei Prozent.

Der gebürtige Kasseler hat sich schon als Jugendlicher für Politik interessiert, wie er erzählt. Den Anstoß dafür gab ein Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten zum Nationalsozialismus, an dem er als Schüler teilgenommen hatte. Weil seine Familie aus Polen stammt, habe er als Kind Diskriminierung erlebt. „Ich hatte es wegen meines Nachnamens schwer, Freunde zu finden“, erinnert sich Klobuczynski.

Sein politisches Engagement galt zunächst der CDU. 25 Jahre lang war er Mitglied. 2013 kam der Bruch. Als es um das Thema Pflegenotstand in Deutschland gegangen sei, habe er die Sozial- und Gesundheitspolitik seiner Partei nicht länger mittragen wollen, erzählt Klobuczynski.

Schließlich habe er als Freiberufler bei den Freien Wählern eine neue politische Heimat gefunden, die besser zu ihm passe. „Ich fröne nicht gerne dem Fraktionszwang, sondern fühle mich lieber meinem Gewissen verpflichtet“, so Klobuczynski, der seit fünf Jahren im ehrenamtlichen Magistrat sitzt.

Der Sozialwissenschaftler übt sein Hobby beruflich aus: Für die Familienforschung hat er ein eigenes Institut gegründet. Er selbst bezeichnet sich als „historisch denkenden Menschen“ mit Umweltbewusstsein. Die schlechte Luft im Wesertor störe ihn besonders.

Besonders wichtig ist es ihm, die Menschen bei politischen Entscheidungen mitzunehmen. „Demokratie ist für mich der Austausch und die Suche nach einem Kompromiss.“ Der Ärger um die Standortfrage des documenta-Institutes habe ihm gezeigt, dass dies der Stadt zuletzt nicht immer gelungen sei. „Die Anwohner des Karlsplatzes wurden einfach nicht rechtzeitig ins Boot geholt“, findet Klobuczynski.

In der Kasseler Innenstadt stört ihn vor allem die fehlende Aufenthaltsqualität. Deshalb hätten die Freien Wähler auch den Vorstoß gewagt, die Straßenbahnen teilweise aus der Königsstraße herauszunehmen. Dies sei leider nicht gelungen. Die jüngste Sanierung der Einkaufsmeile sei zwar eine Verbesserung – aber durch eine stärkere Einbindung der Bevölkerung, da ist sich Klobuczynski sicher, wäre das Ergebnis deutlich besser ausgefallen. „Die Bürger sollten bei allen größeren Baumaßnahmen gehört werden“, findet er.

Auf die Frage, welches Verhältnis er zu Kassel habe, antwortet der Spitzenkandidat: „Es ist eine Hassliebe. Wenn ich weg bin, fehlt mir die Stadt, und wenn ich dort bin, will ich lieber weg.“ Am ehesten ziehe es ihn in solchen Momenten an die Küste.

Wenn der Kreisvorsitzende der Freien Wähler neben seinem Beruf, dem Engagement im Magistrat und der Parteiarbeit noch Zeit hat, zieht er mit seinen Nordic-Walking-Stöcken los. Als Reservist der Bundeswehr ist er als Verbindungsoffizier im Katastrophenschutz eingesetzt.

Klobuczynski ist unverheiratet und kinderlos.

Bei der Reihenfolge der Porträts orientieren wir uns an der Reihenfolge der Listen auf dem Wahlzettel. Morgen stellen wir Jennifer Rieger von „Die Partei“ vor.

Von Bastian Ludwig

Hinweis in eigener Sache: Für die Aussagen in den Kandidatenvideos sind ausschließlich die Kandidaten und Parteien verantwortlich.

Alle Kandidatenporträts finden Sie hier.

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