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Sven Schoeller von den Grünen will Oberbürgermeister werden

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Von: Florian Hagemann

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Will Chef im Rathaus werden: Rechtsanwalt Sven Schoeller.
Will Chef im Rathaus werden: Rechtsanwalt Sven Schoeller. © Andreas Fischer/nh

Nun steht fest: Der Stadtverordnete und Rechtsanwalt Sven Schoeller bewirbt sich und geht wohl als Kandidat der Grünen ins Rennen um den Posten des Oberbürgermeisters.

Kassel – Das Gerücht gab es schon seit geraumer Zeit im politischen Kassel, nun ist es amtlich: Der Kasseler Rechtsanwalt und Grünen-Stadtverordnete Sven Schoeller will Oberbürgermeister in Kassel werden. Dies teilte er in einem Brief an die Mitglieder der Grünen mit. Die müssen ihn dann auf ihrer Kreismitgliederversammlung am 10. September offiziell zum Kandidaten küren. Nach Angaben von Parteichefin Vanessa Gronemann gibt es bisher niemand anderen aus der Partei, der ebenfalls eine Kandidatur anstrebt. Insofern erscheint Schoellers Wahl nur als Formsache.

Noch unklar ist, auf wen er dann im eigentlichen Wahlkampf treffen wird. Fest steht, dass die CDU Hessens ehemalige Justizministerin Eva Kühne-Hörmann ins Rennen für die Wahl am 12. März des kommenden Jahres geschickt hat. Was mit Amtsinhaber Christian Geselle geschieht, ist weiterhin offen, nachdem innerhalb der SPD Streit über die Ausrichtung der Partei ausgebrochen ist. Geselle äußert sich derzeit nicht zu dieser Angelegenheit, will das – so ist zu hören – zu gegebener Zeit tun. Zur Personalie Schoeller ließ er lediglich mitteilen, dass er jeden respektiere, der sich für ein Amt in demokratischer Wahl bewerbe. Was Geselle selbst anbelangt, ist alles möglich: dass er wieder für die SPD antritt, dass er sich zurückzieht oder dass er als unabhängiger Kandidat seine Wiederwahl anstrebt.

Bei Schoeller liegen die Karten nun auf dem Tisch. In seinem Brief an die Mitglieder von Bündnis 90/Die Grünen schreibt er: „Ich stehe für eine Stadtpolitik, die auf den Zusammenhalt und das Potenzial unsere Stadtgesellschaft in Anerkennung ihrer Vielfalt setzt. Wir werden unseren öffentlichen Raum lebenswert und innovativ gestalten und den Verkehr unserer Stadt zeitgerecht aus der umweltfreundlichen Mobilitätsformen organisieren.“ Er spricht davon, sozial gerechten Klimaschutz und eine zukunftsweisende wirtschaftliche Entwicklung als natürliche Einheit zu betrachten und zu betreiben.

Schoeller sieht den Schritt hin zum Oberbürgermeisterkandidaten als konsequente Fortführung seiner Entwicklung in der Kommunalpolitik: 2010 trat er den Kasseler Grünen bei, seit vergangenem Jahr ist er Mitglied der Stadtverordnetenversammlung. Für die Fraktion tritt er als Sprecher für Verkehr, Radverkehr und Mobilität sowie für Recht und Sicherheit auf.

Bekannt ist Schoeller aber schon länger als Anwalt, der auch bei umfangreichen Strafverfahren in Erscheinung tritt. Der Nordhesse, der in Neu-Eichenberg und Gudensberg aufgewachsen ist, studierte in Göttingen und Mainz Rechtswissenschaften, promovierte zudem. Sein Rechtsreferendariat absolvierte er unter anderem im Rechtsamt der Stadt Kassel. Schoeller wohnt mit seiner Frau und den drei Kindern in Kirchditmold. Ausführlich zu seiner Kandidatur äußern will er sich erst nach der Kreismitgliederversammlung am 10. September. Parteichefin Gronemann attestierte ihm bereits, dass er alle Qualitäten mitbringt, um als Oberbürgermeisterkandidat zu bestehen.

Trotzdem war es lange eher unwahrscheinlich, dass es in Sachen OB-Kandidat oder OB-Kandidatin bei den Grünen auf einen Mann hinausläuft – noch dazu auf einen, der wie der Amtsinhaber Jurist ist und nicht wesentlich jünger oder älter ist als der 46 Jahre alte Geselle. Lange war darüber spekuliert worden, ob die Grünen womöglich eine Frau nominieren, die schon in der Politik ist. Die bundestagserfahrene Nicole Maisch, mittlerweile Gesundheitsdezernentin in Kassel, winkte ab. Auch über Anne Janz, Maischs Vorvorgängerin in deren jetzigem Amt und mittlerweile Staatssekretärin im Sozialministerium, gab es Gerüchte. Auch Vanessa Gronemann selbst und Karin Müller, wie Gronemann Landtagsabgeordnete, wurden mitunter genannt, wenn es darum ging, wer es wohl machen würde.

Nun also kommt wohl Sven Schoeller zum Zug. (Florian Hagemann)

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