Bereitschaft der Nordhessen hilft, Engpass an dringend benötigten Blutkonserven zu vermeiden

Erfolgreiche Blutspende-Aktion rettet Leben

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Endspurt: Auch am Freitag nutzten viele Menschen die letzte Gelegenheit, im Sitzungssaal des Regierungspräsidiums Blut zu spenden.

Kassel. Was 2001 als Mitarbeiteraktion mit 160 Spendern im Presse- und Druckzentrum der HNA begonnen hatte, hat sich inzwischen zur größten Blutspende-Aktion Europas entwickelt. Insgesamt 4542 Menschen haben sich in den vergangenen vier Tagen an der HNA-Blutspendeaktion beteiligt.

„Es ist erstaunlich, mit welcher Freude die Menschen mit ihrer Blutspende geholfen haben, Leben zu retten.“

„Es war eine tolle Stimmung“, sagt Rainer Riedinger, DRK-Regionalleiter Nordhessen. Selbst in Stoßzeiten seien die Menschen sehr geduldig gewesen. Riedinger: „Es ist erstaunlich, mit welcher Freude die Menschen mit ihrer Blutspende geholfen haben, Leben zu retten.“ Vier Tage lang befand sich das Kasseler Regierungspräsidium (RP) am Steinweg im Ausnahmezustand. Auch Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke, der am Freitag seinen 61. Geburtstag feierte, lobte die gute Stimmung während der Aktion sowie die Spendenbereitschaft. Lübcke: „Das ist typisch für Nordhessen.“ Der RP sicherte zu, auch im kommenden Jahr das Regierungspräsidium für die Aktion zur Verfügung zu stellen. Im kommenden Jahr wird die Aktion laut Riedinger vom 11. bis 14. August stattfinden.

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70 DRK-Mitarbeiter, Ärzte und ehrenamtliche Helfer haben laut Riedinger bis ans Limit gearbeitet. Vor 22 Uhr habe selten jemand das RP verlassen. „Es war eine erfolgreiche Aktion zur richtigen Zeit“, sagt der Koordinator der Aktion. „Wir haben die Spenden dringend gebraucht“, sagt auch Dr. Walid Sireis, Leiter des DRK-Instituts für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie in Kassel. Eine solche Spendenbereitschaft sei nahezu einmalig in Deutschland. Das Besondere an der Aktion sei ihre Nachhaltigkeit, die Kontinuität, mit der die Menschen Blut spendeten. Etwa 1000 Blutspenden pro Tag sei ein tolles Ergebnis.

Er ist froh über die große Spendenbereitschaft der Nordhessen: Dr. Walid Sireis.

Auch die Stimmung während der Aktion hat den Institutsleiter beeindruckt. Sireis: „Selbst wenn sich Schlangen gebildet haben, hat sich niemand aufgeregt – das kenne ich so nicht.“ Zum Erfolg der Aktion hat Sireis zufolge in diesem Jahr auch die relativ kühle Witterung beigetragen. „Dadurch war es in den Räumlichkeiten von der Temperatur her sehr gut auszuhalten“, sagt er. Dies habe die Entscheidung vieler Menschen noch begünstigt, Blut zu spenden.

Nach DRK-Angaben stieg der Verbrauch von Blutkonserven (Erythrozyten-Konzentrat) in den vergangenen zwölf Jahren deutschlandweit von 3,1 auf 4,3 Millionen. Auch künftig werde es einen hohen Bedarf an Blutspenden geben, weil immer mehr ältere Menschen weniger potenziellen jungen Spendern gegenüberstünden. Gleichzeitig reagiere die Medizin auf diese Entwicklung mit einem optimierten Einsatz von Blutprodukten.

Bilder des vierten Tages

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