Bilanzen 2008 bis 2011 bei Bezirkskonferenz

Nordhessische Arbeiterwohlfahrt ist auf Erfolgskurs

Michael Schmidt

Kassel. Über vier erfolgreiche Jahre legen Vorstand und Geschäftsführung der Arbeiterwohlfahrt Hessen-Nord am heutigen Samstag den 100 Delegierten der Bezirkskonferenz in Baunatal Rechenschaft ab.

Der Wohlfahrtsverband – mit über 2000 Mitarbeitern einer der großen Arbeitgeber der Region – hat die Schwierigkeiten früherer Jahre hinter sich gelassen, schreibt in den Bilanzen 2008 bis 2011 schwarze Zahlen und sieht sich auf Erfolgskurs.

Die Altenhilfe ist zum eindeutigen Schwerpunkt der Awo-Arbeit geworden. Seit 2008 sind vier neue Altenzentren in Fuldabrück, Homberg/Efze sowie in Eichenzell und Burghaun im Kreis Fulda dazugekommen. Zwei weitere Betreuungseinrichtungen in Niestetal und in Lohra (Kreis Marburg-Biedenkopf) werden in diesem Jahr in Betrieb genommen. Insgesamt betreibt die Awo dann 23 Altenzentren in Nordhessen.

Die Fachkräfte für die Altenhilfe werden in den fünf Awo-Altenpflegeschulen in Kassel, Eschwege, Homberg, Marburg und Burghaun selbst ausgebildet.

Die Schulen sind mit derzeit annähernd 900 Schülern komplett ausgelastet. Neben der dreijährigen Ausbildung wird auch eine einjährige Ausbildung zum Altenpflegehelfer angeboten. „Damit geben wir Hauptschülern eine Chance“, sagt Awo-Geschäftsführer Michael Schmidt. 60 Prozent der Helfer würden weitermachen und die Ausbildung zum examinierten Altenpfleger draufsatteln. Annähernd 200 der 900 Schüler sind bei der Awo unter Vertrag, die allermeisten würden nach dem erfolgreichen Abschluss übernommen.

Bereits seit 2005 setzt die Awo auf kleine Pflegeheime mit 48 bis 60 Plätzen, in denen jeweils zehn bis zwölf Senioren in Hausgemeinschaften betreut werden. Solche Häuser sind auf den Bedarf einer Gemeinde oder Kleinstadt ausgerichtet und an zentralen, gut erreichbaren Standorten zu finden.

„Wir werden in Nordhessen nicht mehr weiter expandieren können“, sagt Schmidt. In Zukunft werde es für den Wohlfahrtsverband darum gehen, noch mehr individuelle Dienstleistungen für Senioren zu entwickeln, um den Älteren über möglichst lange Zeit ein selbstständiges Leben zu ermöglichen.

Zum Erfolgsmodell wurde auch die 2010 in Nordhessen gestartete kostenlose Awo-Pflegeberatung per Telefon (0800 / 60 70 110). Inzwischen machen elf Bezirks- und Landesverbände in Deutschland mit, in Bremen wurde ein eigenes Call-Center für das Serviceangebot eingerichtet.

Auch im Internet können sich Senioren und Angehörige jetzt mit der bundesweiten Online-Pflegeberatung über alle Fragen zu Alter und Pflege informieren: www.awo-pflegeberatung -online.de

Von Jörg Steinbach

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