Erziehungswissenschaftler untersuchen, was Pädagogen wissen und was nicht

Sie erforschen den Kita-Alltag

Björn Milbradt

Kassel. Was wissen pädagogische Fachkräfte, und welches Wissen brauchen sie für die Arbeit in Kindertagesstätten? Mit dieser Frage beschäftigt sich das Forschungsprojekt „Wissen in Kitas“ im Fachgebiet Erziehungswissenschaften an der Universität Kassel. Um die Frage beantworten zu können, wird der Alltag in Kindertageseinrichtungen in Hessen, Thüringen und Niedersachsen beobachtet.

„Mit einer Videokamera werden beispielsweise Situationen wie der Stuhlkreis oder das Spielen der Kinder gefilmt“, erklärt Pädagogin Sabrina Göbel. Darüber hinaus würden Teamsitzungen aufgezeichnet und ausgewertet sowie Mitarbeiter zu Videoausschnitten befragt. Dies solle dazu dienen, deren Wissen zu ermitteln. „Diese Gespräche sind auch wichtig, um zusammen mit den Mitarbeitern deren Arbeit zu reflektieren“, sagt die Wissenschaftlerin.

Zudem interessieren das Projektteam die berufliche Qualifikation der Mitarbeiter sowie die Kommunikations- und Organisations-Strukturen in den Einrichtungen. Letzte Stufe des Projekts sei ein anonymer Fragebogen, in dem die Kita-Mitarbeiter Wünsche formulieren und Auskunft über ihre Weiterbildungsaktivitäten geben können, sagt der wissenschaftliche Mitarbeiter Björn Milbradt.

Hilfe für praktische Arbeit

Von den Ergebnissen erhoffen sich die Erziehungswissenschaftler Aufschluss darüber, was künftige pädagogische Mitarbeiter für die praktische Arbeit benötigen. „Dann könnten beispielsweise Studiengänge entsprechend modifiziert werden“, erklärt Göbel. Darüber hinaus könnten die Ergebnisse etwa Ansatzpunkte für Weiterbildungsinitiativen bieten.

Von den zwölf Kindertageseinrichtungen unterschiedlicher Träger, die sich an dem Projekt beteiligen, liegen drei in der Region. Das Projekt wird gemeinsam von Mitarbeitern der Universität Kassel und der Fachhochschule (FH) Erfurt unter der Leitung von Professor Dr. Werner Thole (Universität Kassel) und Professorin Dr. Michaela Rißmann (Fachhochschule Erfurt) realisiert.

Das Forschungsprojekt wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert und endet im März 2014.

Von Mirko Konrad

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