Fusion der Gruben Ost und West

Kali-Fusion: Geheimpapier bei der Thüringer Linken aufgetaucht

Erfurt / Kassel. Überraschung bei der Suche nach dem Geheimvertrag zur Fusion der Kaligruben Ost und West nach der Wende: Ein Aktenordner, der am Montag bei der Linken im Thüringer Landtag eingegangen ist, soll das brisante Papier von 1993 enthalten.

Thüringer Abgeordnete aller Parteien fordern seit Längerem eine Veröffentlichung. Bislang vergebens: Der Kasseler K+S-Konzern und die Treuhandnachfolgerin GESA lehnen sie mit Verweis auf eine Geheimhaltungsklausel ab.

Über eine Freigabe des Vertrags, der auch in Erfurter Ministerien kursiert, berät am Dienstag die schwarzrote Landesregierung in Erfurt. Die Linke könnte das Papier nun selbst auf den Markt bringen. Sie hat für Dienstagfrüh ebenfalls eingeladen: CDU-Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht, die Chefs der Landtagsfraktionen und Vertreter von K+S. Dieses „dunkle Kapitel der Thüringer Geschichte“ dürfe nicht länger in Registraturen versteckt oder in Tresoren gebunkert werden, sagte Linken-Fraktionschef Bodo Ramelow. Ob K+S der Einladung folgt, war am Nachmittag offen.

Nach der Wende hatten die Kasseler Kali und Salz AG, die Mitteldeutsche Kali AG (MdK) im Osten und die Treuhandanstalt eine Fusion ausgehandelt. Die meisten Ostgruben mit Tausenden Jobs wurden dichtgemacht. Als Teil des K+S-Werkes Werra blieben die Standorte Unterbreizbach und Merkers, jetzt Besucherbergwerk.

Seit mehr als 20 Jahre ranken sich Gerüchte um das 62-Seiten Papier mit diversen Anlagen: Weithin unklar blieben Regelungen unter Treuhandregie bezüglich der Verteilung von Gewinn, Verlust und Risiko sowie Lasten für Kassen der öffentlichen Hand.

 

Von Wolfgang Riek

Rubriklistenbild: © dpa

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