Schreiben über ihre Schule in Wilhelmshöhe

Erinnern ans Privatgymnasium: Ehemalige brachten Dokumentation heraus

Haus Fernblick mit Schülern 1960: Das Foto zeigt (von links) Günter Hönscher und Peter Schlenkoff (beide verstorben) sowie Constantin Cnyrim. Foto: privat

Kassel. In Kassel-Wilhelmshöhe existierte seit 1866 die „Von Hartungsche höhere Privatschule“, die zweitälteste weiterführende Schule in der Stadt. Sie umfasste die Klassen von der Sexta bis zur Untersekunda (heute die Klassen 5 bis 10), die Schüler schlossen mit der Mittleren Reife ab.

Aus einer Initiative von Eltern mit dem Ziel, eine Oberstufenschule für Privatschüler zu gründen, entstand schließlich das Privatgymnasium Wilhelmshöhe. Es war nur ein knappes Vierteljahrhundert in Betrieb. Doch die Erinnerungen der ehemaligen Schüler wie Constantin Cnyrim sind noch immer intensiv. Zusammen mit Klassenkameraden hat er die Geschichte des Gymnasiums aufgezeichnet.

Der von Rechtsanwalt Dr. Gustav Flöther gegründete Elternverein Privatgymnasium hatte am 13. September 1956 beim Regierungspräsidenten die Eröffnung einer gymnasialen Oberstufe als Ersatzschule erbeten. Das Gymnasium sollte im Schülerheim Brabanter Straße 30 untergebracht werden. Es war ehemals das Hotel und Café Wilhelmshöhe „Haus Fernblick“ und ist heute eine Lehrerfortbildungsstätte der Waldorfschule.

Schulstart war Ostern 1957. Die Leitung übernahm Oberstudienrat i. R., Karl Balzer. Das Schulgeld betrug monatlich 70 DM (entspricht circa 45 Euro). Bevor die Schule an den Start ging, lagen 13 Anmeldungen vor. In der Genehmigung der Ersatzschule 1956 heißt es von der zuständigen Behörde, der Schulbetrieb werde genehmigt, wenn bis zum 1. April 1957 nachgewiesen werde, „dass das Privatgymnasium in seinen Lehrzielen und Einrichtungen sowie in der wissenschaftlichen Ausbildung der Lehrkräfte nicht hinter den öffentlichen Schulen“ zurückstehe. Das Privatgymnasium Wilhelmshöhe - Oberstufe mit Internat nahm seinen Schulbetrieb auf. Zwanzig Jahre später begann bereits sein Niedergang. Die Schule verlor Schüler. Am 1. August 1981 wurde die Ersatzschule aufgelöst.

Constantin Cnyrim aus Königswinter hatte im vergangene Jahr zu einem Internatstreffen eingeladen, 23 Schüler aus ganz Europa kamen. Die vergangenen 50 Jahre waren schnell überwunden und es wurde in Erinnerungen geschwelgt. Zum Abschied beschloss man nicht nur ein Wiedersehen, sondern es entstand auch die Idee zur Dokumentation „Das Privatgymnasium Wilhelmshöhe Kassel 1957 - 1981“.

Die Herausgeber Winfried Biener, Dieter Hönscher und Constantin Cnyrim stellen das 577 Seiten starke Buch während des nächsten Ehemaligentreffens vor: Samstag, 11. Oktober, 18.30 Uhr, Restaurant Steinernes Schweinchen. Das Buch ist dort für 36 Euro oder bei Cnyrim erhältlich (E-Mail: constantin.cnyrim@t-online.de, Tel. 0 22 23 / 27 94 25).

Von Christina Hein

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