Schriftzug an der Fassade des Atriums zu Ehren eines herausragenden Kaufmanns

Erinnerung ans Haus Meudt

„M“ wie Meudt: Der 96-jährige Georg Meudt mit dem ersten Buchstaben des Schriftzugs, der am Atrium zu sehen ist. Foto:  Schachtschneider

bad wilhelmshöhe. In den 50er-Jahren gab es in Wilhelmshöhe (das Bad kam erst später hinzu) kaum jemanden, der Georg Meudt nicht kannte. Sein Haushaltswarengeschäft in der Nähe des Bahnhofs war legendär. Hier bekam man einfach alles. Und was nicht sofort verfügbar war, besorgte der Chef. Dort, wo sich damals das Haus Meudt befand, steht heute das Atrium. Und an dessen Fassade wird jetzt mit dem Original-Schriftzug der 50er-Jahre an den Vorgängerbau erinnert.

Geburtstag in Bombennacht

Georg Meudt ist mittlerweile 96 Jahre alt und erzählt immer noch mitreißend von den alten Zeiten. Zur kleinen Feier im italienischen Restaurant La Galleria (Atrium) von Pipo und Claudio Carciola hat er Freunde und Weggefährten eingeladen. Einige von ihnen sind seine Nachbarn im Seniorenwohnstift Augustinum. Sie alle kennen die Geschichte der Bombennacht vom 22. Oktober 1943. Und sie wissen auch, dass das der Geburtstag von Georg Meudt ist. An seinem 30. musste er miterleben, wie das Geschäft an der Wilhelmshöher Allee 262 im Bombenhagel zerstört wurde. „Rund um den Bahnhof standen fast nur noch Ruinen“, erinnert er sich. Als er 1950 mit dem Aufbau des Geschäftshauses begann, war er ein Pionier. Der Bedarf für Küchengeräte, Glas, Porzellan, Öfen und Herde, Eisen- und Spielwaren war groß. In der Trümmerlandschaft wuchs mit dem Haus Meudt ein Symbol für den Wiederaufbau.

Hier kam damals fast jeden Tag ein Schüler vorbei, der später ein sehr erfolgreicher Geschäftsmann werden sollte. Er hat sich dafür eingesetzt, dass am Atrium eine sichtbare Erinnerung angebracht wird, und hat sie auch bezahlt.

Zur Erinnerung an das Haus Meudt, zu dessen Eröffnung der Inhaber die Gäste gekonnt mit Saxofonmusik begrüßte.

Von Thomas Siemon

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