Talfahrt beim Solartechnik-Hersteller hält an

SMA: Umsatzeinbruch und verdreifachter Quartalsverlust

Kassel. Der Niestetaler Solartechnik-Hersteller SMA ist nach dem 67-Millionen-Euro-Verlust von 2013 äußerst schwach ins neue Jahr gestartet. In den ersten drei Monaten sank der Umsatz um 17 Prozent auf 176,3 Millionen Euro, der Verlust verdreifachte sich nahezu auf 16,7 Mio. Euro.

Damit liegt das Unternehmen im unteren Rand der März-Prognose.

Dem Aktienkurs bekam die Nachricht nicht. Das Papier verlor 1,71 Prozent auf 29,01 Euro. Allerdings hat der Titel seit Mitte März 40 Prozent an Wert verloren.

Als Grund für diese negative Entwicklung nannte Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon nach der Vorlage der Quartalszahlen durch SMA die Diskussion über die künftige Förderung regenerativer Energien im Inland, Projektverschiebungen in Nordamerika und allgemeine Unsicherheiten infolge der Ukraine-Krise. „Mit der Umsatz- und Ergebnisentwicklung sind wir nicht zufrieden“, kommentierte Urbon die Zahlen.

Erschwerend hinzu kommt, dass es in den vergangenen Jahren dramatische Marktverschiebungen gegeben hat. Wurde 2010 noch 63 Prozent der globalen Wechselrichterproduktion in Europa sowie 16 Prozent in Asien abgesetzt, kehrte sich das Verhältnis bis zum vergangenen Jahr um: Europa 24, Asien 62 Prozent. Und auf den abgeschotteten Märkten in China und Japan bekommt SMA wegen regulatorischer, technische und rechtlicher Hürden nur schwerlich einen Fuß in die Tür.

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Urbon setzt seine Hoffnungen auf neue technologielastige Produkte, die SMA in den kommenden Wochen und Monaten auf den Markt bringen will – darunter ein neuartiger Mikrorichter für Kleinstanlagen sowie ein Wechselrichter mit integrierter Batterie für die Steigerung des besser vergüteten Eigenverbrauchs. SMA stellt vor allem Wechselrichter her. Sie sind das technologische Herzstück jeder Solaranlage und wandeln den aus Sonnenkraft gewonnenen Gleich- in netztauglichen Wechselstrom.

Artikel aktualisiert um 16.15 Uhr

Ungeachtet der aktuellen Entwicklung hält Urbon an der bisherigen Jahresprognose von einer bis 1,3 Milliarden Euro Umsatz fest. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern soll sich „im besten Fall“ bei 20 Mio. Euro einpendeln.

Von José Pinto

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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