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Erneuerung des Sepulkralmuseums in Kassel: Architekten stehen nun fest

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Von: Christina Hein

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Der Entwurf für das neue Sepulkralmuseum des Kasseler Büros Schulze Schulze Berger.
Kam beim Architekten-Wettbewerb auf Platz 1: Der Entwurf für das neue Sepulkralmuseum des Kasseler Büros Schulze Schulze Berger. © Schulze Schulze Berger

Das Kasseler Büro Schulze Schulze Berger gewinnt den Architekten-Wettbewerb für die Sanierung und Erweiterung des Museums für Sepulkralkultur.

Kassel – Das Museum für Sepulkralkultur erhält in den nächsten Jahren seine dringend notwendige Runderneuerung und Erweiterung. Wenn alles glatt läuft, könnte das weltweit einzigartige Museum, das vor 30 Jahren auf dem Weinberg eröffnet wurde, im Herbst 2026 wieder in seine sanierten und neuen Räume einziehen. Für die Zeit der Bauarbeiten muss demnächst noch ein Interimsort für das Sepulkralmuseum gefunden werden.

Der erste Schritt hin zur Generalüberholung ist jetzt der abgeschlossene Architekten-Wettbewerb. Das Preisgericht hat sich auf Platz eins für einen Entwurf des Kasseler Büros Schulze Schulze Berger entschieden. Im nächsten Schritt, so Museumsdirektor Dirk Pörschmann, werden jetzt die Verhandlungen unter anderem über Honorare und Machbarkeit geführt. Die Entwürfe könnten im Fortgang noch Änderungen erfahren, sagt Pörschmann. Die endgültige Auftragsvergabe findet dann im November statt.

Der Fokus der Umstrukturierung von Schulze Schulze Berger liegt auf der denkmalgeschützten Remise mit einem neuen Veranstaltungsbereich, Konferenz- und Seminarräumen, Bibliothek, Empfang mit Museumsshop sowie Verwaltungsräumen. In einem Neubau sollen zudem die raumklimatische Situation verbessert und eine funktionale Aufwertung des Baus im Einklang mit dem Altbau ermöglicht werden.

Der Entwurf von Osterwold+Schmidt-Architekten Weimar kam auf Platz 2.
Der Entwurf von Osterwold+Schmidt-Architekten Weimar kam auf Platz 2. © Osterwold+Schmidt-Architekten

Zentrale bauliche Veränderung des Siegerentwurfs ist die Überbauung der an den Innenhof angrenzenden Terrasse. Dort würde ein circa 180 Quadratmeter großer multifunktionaler Veranstaltungsraum entstehen. In den Innenhof, der ohne Überdachung geplant wird, gelangt man von der Weinbergstraße durch die wieder geöffnete Toreinfahrt der historischen Remise.

Von dem auf diese Weise einladenden Innenhof aus kann sich der Besucher entscheiden, ob er links in das Museum geht, geradeaus in den Veranstaltungsraum oder rechts ins Museumscafé. Hier können sich Gäste aufhalten und Besuchergruppen sammeln. Die geforderte Nutzungsmöglichkeit des Veranstaltungsbereichs – unabhängig vom Museumsbetrieb – sei auf besonders gute Weise gewährleistet, lautete das Urteil der Jury.

Die Mittel für die Vorplanung haben das Land Hessen (759 000 Euro) und die Stadt Kassel (50 000 Euro) bereitgestellt. Die Gesamtkosten für die Sanierung belaufen sich nach Schätzungen aus dem Jahr 2019 auf rund 14 Millionen Euro. Davon würde der Bund die Hälfte zahlen. Auf die Stadt Kassel kämen Kosten in Höhe von 750 000 Euro zu. Das Land ist aufgefordert, sich mit weiteren rund 6 Millionen Euro zu beteiligen.

Platz 3 im Architekten-Wettbewerb errangen Peter Zirkel Architekten aus Dresden.
Platz 3 im Architekten-Wettbewerb errangen Peter Zirkel Architekten aus Dresden. © Peter Zirkel Architekten

„Für unsere einzigartige Institution ist das Ergebnis des Wettbewerbs ein großer Schritt, um unser Haus in die Zukunft zu führen“, so Pörschmann: „Die Arbeit an einem zeitgemäßen Endlichkeitsbewusstsein wird hierdurch weiterhin in gesellschaftsrelevanter Weise möglich sein.“ Auch Kulturdezernentin Susanne Völker (parteilos) ist angetan: „Die Sanierung eröffnet zeitgemäße Möglichkeiten der Weiterentwicklung von Ausstellungen, Forschung und Vermittlung in einem Museum, das in seiner Ausrichtung ebenso außergewöhnlich wie relevant ist.“

Hessens Kunstministerin Angela Dorn (Grüne) lobt den „ebenso behutsamen wie bewussten Umgang mit dem denkmalgeschützten Bestand und die kreative Betonung historischer Bezüge des Siegerentwurfs“. Ab 20. Oktober werden die Ergebnisse des Architekten-Wettbewerbs im Sepulkralmuseum zu sehen sein.

Dirk Pörschmann Direktor Museum für Sepulkralkultur
Dirk Pörschmann, Direktor des Museums für Sepulkralkultur © Privat

Museum für Sepulkralkultur 1992 eröffnet

Das 1992 auf dem Weinberg eröffnete Haus gehört zu den innovativen und attraktiven Museen in der Stadt. Es widmet sich den Themenfeldern Sterben, Tod, Bestattung, Trauer und Gedenken. Mit seinen einzigartigen Beständen und wechselnden Sonderausstellungen zieht es Besucher aus der ganzen Welt an.

Das Museum für Sepulkralkultur macht auch seine aufregende Architektur aus: die Kombination aus denkmalgeschützter Remise der ehemaligen Henschel-Villa von 1903 mit einem Neubau des Münchner Architekten Wilhelm Kücker. Träger des Museums ist der Verein Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal.

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