KVG-Kunden klagen, dass Mitarbeiter keinen Mund-Nasen-Schutz tragen

Erneut Corona-Ärger mit Masken in der Kasseler Straßenbahn

Nicht alle halten sich an die Maskenpflicht: Manchmal tragen auch KVG-Mitarbeiter, die sich im Fahrgastraum aufhalten, keinen Mund-Nasen-Schutz. Unser Bild zeigt eine Straßenbahn an der Haltestelle Weigelstraße.
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Nicht alle halten sich an die Maskenpflicht: Manchmal tragen auch KVG-Mitarbeiter, die sich im Fahrgastraum aufhalten, keinen Mund-Nasen-Schutz. Unser Bild zeigt eine Straßenbahn an der Haltestelle Weigelstraße.

Immer wieder beschweren sich Kunden der Kasseler KVG, dass andere Fahrgäste keinen Mundschutz aufhaben. Nun gibt es auch Klagen wegen KVG-Mitarbeitern.

Kassel – Vor wenigen Wochen sah es für Uwe Retting so aus, als gäbe es bei der Kasseler Verkehrs-Gesellschaft (KVG) Mitarbeiter, die gegen das Coronavirus immun sind. Der 57-Jährige aus Oberzwehren fuhr gleich mehrmals mit Straßenbahnen, in denen Fahrschüler am Steuer saßen und von erfahrenen Kollegen begleitet wurden. Obwohl die lediglich durch ein Flatterband von den Fahrgästen getrennt waren, trugen sie keinen Mund-Nasen-Schutz.

Retting fand das schon komisch, wunderte sich dann aber noch mehr, als einer der Ausbilder in ziemlich schroffem Ton Passagiere anwies, doch die Maske aufzuziehen. Daraufhin schrieb Retting der KVG. Er wollte von dem Unternehmen wissen, was dessen Mitarbeiter „zu besonderen Wesen mache, die von Pflichten befreit werden, die jeder Bürger unter Androhung von 50 Euro Ordnungsgeld einzuhalten habe“, wie er später bei Facebook notierte.

Einige Wochen und zahlreiche hin- und hergeschickte Briefe später hat er immer noch keine für ihn zufriedenstellende Antwort erhalten. Fakt ist: In mehreren Straßenbahnen, in denen es keine geschlossenen Fahrerkabinen gibt, tragen KVG-Mitarbeiter, wenn sie Fahrschüler begleiten, keine Maske. Sie stünden zwar im Fahrgastraum, da dieser aber durch Flatterband abgetrennt sei, handele es sich nun um den „erweiterten Fahrpersonalbereich“, wie es bei der KVG im Amtsdeutsch heißt. Erst wenn der Sicherheitsabstand von 1,50 Meter nicht eingehalten werden kann, müssten die Mitarbeiter eine Maske tragen.

Rettings Erfahrung passt zu zahlreichen weiteren Beobachtungen von anderen KVG-Fahrgästen während der Pandemie. Immer wieder beschweren sich bei uns Leser, dass es toleriert wird, wenn Passagiere keinen Mund-Nasen-Schutz tragen.

Als der Student Pasquale Di Monaco einen Mitarbeiter des Ordnungsamtes fragte, warum er in solchen Fällen nicht einschreite, antwortete der: „Wenn ich gehe, ziehen die Menschen die Maske eh wieder ab.“ Und ein anderer Leser schickte uns zuletzt Bilder, die zeigen, wie mehrere Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma in der Nachtschwärmer-Tram von Kassel Richtung Helsa keine Maske aufhaben.

Die KVG indes verweist auf Stichprobenkontrollen, laut denen sich 95 Prozent aller Fahrgäste an die Maskenpflicht halten. Vielleicht werden in Zukunft auch die KVG-Mitarbeiter, die die Fahrschüler begleiten, den Mund-Nasen-Schutz anziehen. Gegenüber der HNA teilt Sprecherin Heidi Hamdad mit: „In den kommenden Wochen finden bei uns keine Lehrfahrerfahrten statt.“ Bis dahin soll überprüft werden, ob bei diesen Fahrten nicht doch Masken angebracht wären. (Matthias Lohr)

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