Bekennerschreiben im Netz

Erneut Anschlag auf Auto von Kasseler AfD-Politiker: „Wir kriegen euch alle“

Chef der Kasseler AfD-Fraktion: Sven R. Dreyer
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Chef der Kasseler AfD-Fraktion: Sven R. Dreyer

Unbekannte haben erneut einen Anschlag auf das Auto des Kasseler AfD-Politikers Sven R. Dreyer verübt. Der Staatsschutz ermittelt. Der Parteichef kritisiert derweil die Ermittler.

Kassel – Auf das Auto des AfD-Fraktionsvorsitzenden in Kassel, Sven R. Dreyer, ist bereits zum dritten Mal ein Anschlag verübt worden. In der Nacht auf den 2. Oktober brachten Unbekannte einen Brandsatz hinter dem linken Vorderreifen an, wie der Politiker der HNA sagte. Das Fahrzeug brannte nicht aus, es entstand laut Dreyer aber erheblicher Sachschaden.

Die Polizei in Kassel bestätigt die Brandstiftung. Der Staatsschutz ermittelt. Weitere Anschläge auf Dreyers Auto hatte es am 20. März und 25. Dezember vorigen Jahres gegeben.

Kassel: Unbekannte wollen Fahrzeug von AfD-Politiker in Brand setzen

Zu der neuesten Tat bekannten sich Unbekannte auf der linken Plattform Indymedia. Dort hieß es, man bedauere es zutiefst, dass „nur ein verhältnismäßig geringer Sachschaden entstand. Die Nachricht sollte dennoch angekommen sein. Wir kriegen euch alle.“ Zudem wird dort „Freiheit für Lina“ gefordert, also für die Kasselerin Lina E., die wegen Gewalt gegen Rechte und Mitgliedschaft in einer militanten Gruppe in Dresden vor Gericht steht.

Laut Dreyer stecken hinter den Angriffen „linksterroristische Strukturen“. Zudem beklagt er: „Wir werden bei jeder Veranstaltung angegangen.“ Auch Thomas Schenk, Sprecher der Kasseler AfD und Stadtrat, stellt eine höhere Gewaltbereitschaft gegenüber seiner Partei fest. Im Januar hatten Unbekannte Haus und Auto des Politikers beschädigt. Fenster wurden zerschlagen, auf die Hauswand sprühten die Täter „Nazischwein“. Kurz darauf erhielt AfD-Schatzmeister Hans-Günther Koch eine Morddrohung. Ob die Gewalt gegen AfD-Politiker zugenommen hat, konnte das Landeskriminalamt gestern nicht beantworten.

Kassel: AfD kritisiert Ermittler nach Attacken gegen Politiker

Schenk zählt weitere Attacken gegen hessische AfD-Politiker auf – etwa jene gegen den Landtagsabgeordneten Volker Richter, dessen Haus in Fuldabrück im August 2020 besprüht wurde. In keinem Fall seien die Täter ermittelt worden. „Man merkt, dass nicht mit besonderer Energie ermittelt wird“, sagt Schenk, der zudem verwundert ist, dass sich nach dem Anschlag niemand aus der Kasseler Politik bei ihm gemeldet habe: „Man hört immer, dass die Zivilgesellschaft zusammenstehen muss, aber die Zahl der Rückmeldungen war null.“

Wie Schenk will auch sein AfD-Kollege Sven R. Dreyer trotz der wiederholten Anschläge in der Kommunalpolitik weitermachen: „Wer solchen Kräften nachgibt, gibt die Demokratie verloren.“ (Matthias Lohr)

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