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Erneuter Vorstoß für die Herkulesbahn

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Von: Thomas Siemon

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Haltestelle vor dem Herkules: Diese Visualisierung stammt vom Förderverein Neue Herkulesbahn. Demnach könnte die Bahn an der Endstation eine Wendeschleife nutzen. Quelle: Förderverein Neue Herkulesbahn/nh
Haltestelle vor dem Herkules: Diese Visualisierung stammt vom Förderverein Neue Herkulesbahn. Demnach könnte die Bahn an der Endstation eine Wendeschleife nutzen. Quelle: Förderverein Neue Herkulesbahn/nh © Förderverein Neue Herkulesbahn

Die Chancen für eine Straßenbahnverbindung zum Herkules sind gestiegen. Eine politische Mehrheit für das Projekt scheint möglich.

Kassel – Gibt es demnächst doch noch grünes Licht für eine Straßenbahn bis hinauf zum Herkules? In den Gesprächen von Grünen, CDU und FDP über eine Koalition im Kasseler Stadtparlament wurde dieses Thema jedenfalls ausdrücklich benannt. Noch steht die Zusammenarbeit nicht, aber vieles deutet darauf hin.

Im Sondierungspapier für ein sogenanntes Jamaika-Bündnis steht, dass das Projekt Herkulesbahn realisiert werden soll. Vorausgesetzt, dass sich das auch finanzieren lässt. Und da hat sich ja durch neue Förderrichtlinien des Bundes einiges getan. Als touristisches Projekt könnte die Herkulesbahn, die ja keine größeren Wohngebiete erschließt, durchaus gefördert werden. Zudem gehört die Bahn zu den ehemaligen Strecken, die beim Land Hessen auf der Liste für eine mögliche Reaktivierung stehen. Es tut sich also etwas.

Und darüber freuen sich aktuell einige. „Für uns bedeutet die Absichtserklärung von Grünen, CDU und FDP natürlich ganz klar Rückenwind“, sagt Reiner Borchert vom Vorstand des Fördervereins Neue Herkulesbahn. Der setzt sich seit über 20 Jahren dafür ein, dass die bis in die 1960er-Jahre vorhandene Schienenverbindung reaktiviert und mit modernen Bahnen befahren wird. Zuletzt hatte man allerdings den Eindruck, dass das Projekt, das auch im Koalitionsvertrag zwischen Grünen und SPD stand, politisch auf Eis liegt. Oberbürgermeister Christian Geselle hatte auf konkrete Nachfrage darauf verwiesen, dass es aus seiner Sicht eine Fülle von Schwierigkeiten bei der Umsetzung gebe.

Eine Hürde könnte die Streckenführung sein. Nach Angaben des Fördervereins hat das für Welterbefragen zuständige Beratergremium Icomos auf eine entsprechende schriftliche Anfrage reagiert.

Die Reaktion sei vorsichtig optimistisch gewesen, sagt Reiner Borchert. Ein klares Nein zu einer Schienenverbindung durch Randbereiche des Bergparks klinge jedenfalls anders. Unter anderem war zuletzt darüber gesprochen worden, ob eine Trasse so wie früher vom Druseltal durch den Wald nötig sei oder ob man sie nicht auch parallel zur Ehlener Straße führen könne. Ein weiterer Aspekt: Auf eine Anfrage der FDP-Fraktion hatte Verkehrsdezernent Christof Nolda (Grüne) kürzlich darauf verwiesen, dass neben der Trasse ein Rettungsweg nötig sein könnte. Auch darüber müsste man reden. Jetzt gibt es jedenfalls eine Absichtserklärung. Der Förderverein will das mit einer größeren Plakataktion im Stadtgebiet unterstützen. Zuletzt hat sich Sven Schoeller, den die Grünen als Kandidat für die Wahl als Oberbürgermeister aufgestellt haben, noch einmal für die Herkulesbahn ausgesprochen. Die könne er sich auch als Pilotprojekt für autonom fahrende Bahnen vorstellen, also ohne Fahrpersonal. (Thomas Siemon)

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