Große Schwankungen beim Raps - Weizen hat gute Qualität

Ernte fiel besser aus als erwartet

Abgeerntet: Seit Anfang September sind die Getreidefelder in der Region leer. Der Ertrag fiel auch beim Weizen (Foto) laut Kreisbauernverband Kassel besser aus als aufgrund der Wetterkapriolen erwartet. Foto: dpa

Kassel. Die Getreideernte ist eingebracht. Nach Trockenheit im Frühjahr und Dauerregen im Sommer sah es in diesem Jahr zunächst nach miserablen Erträgen aus. Doch die Bauern in Stadt und Kreis Kassel zeigen sich zufrieden: „Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen“, bilanziert Erich Schaumburg, Vorsitzender des Kreisbauernverbands Kassel.

Zwar liege die Getreidemenge aufgrund des trockenen Frühjahrs unter den Erträgen des Vorjahrs, doch die Qualität sei gut. Beim Weizen, der mit 17 000 Hektar in der Region am meisten angebauten Getreideart, verzeichneten die Bauern nur fünf bis zehn Prozent weniger Ertrag als üblich. Mit einem Minus von durchschnittlich 20 Prozent fielen die Einbußen bei der Gerste schon deutlicher aus.

Weizenpreis konstant

Große Schwankungen gab es laut Schaumburg bei der Rapsernte: Je nach Bodenverhältnissen lag das Minus in einigen Bereichen bei nur fünf, in anderen jedoch bei 40 Prozent. „Die Ergebnisse sind sehr heterogen“, sagt Schaumburg. Relativ konstant sind hingegen die Preise: Der Doppelzentner Weizen bewegt sich zwischen 18 und 19 Euro und damit in etwa auf dem Niveau des Vorjahrs.

Die Weizenernte ist Anfang September zum Abschluss gekommen. Derzeit sind die Landwirte mit der Bearbeitung der abgeernteten Felder beschäftigt. Während die Aussaat für Wintergerste und Winterweizen erst Ende September/Anfang Oktober folgt, wird die Rapssaat schon in diesen Tagen in den Boden gebracht.

Dabei haben die Bauern der Region ihren Kollegen in den norddeutschen Bundesländern einiges voraus: Deren Felder seien derzeit so nass, dass kein Befahren und somit auch keine Aussaat möglich sei, berichtet Schaumburg. „Raps könnte im nächsten Jahr eine gefragte Frucht sein“, lautet seine Prognose.

Für die Bauern in Stadt und Kreis stehen noch Mais-, Kartoffel- und Rübenernte aus. Hier erwarte die Zuckerrübenfabrik in Wabern (Südzucker) nach ersten Proberodungen eine „hervorragende Ernte“, sagt Schaumburg. Die frühe Aussaat habe der Wurzelbildung nicht geschadet, im Gegenteil: Die Rüben seien mit den Witterungsbedingungen gut zurechtgekommen.

1400 landwirtschaftliche Betriebe gibt es laut Reinhard Schulte-Ebbert, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Kassel, in Stadt und Kreis, 65 Prozent der Höfe werden im Nebenerwerb bewirtschaftet. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche liegt in Stadt und Kreis bei 53 500 Hektar. (abe) Archivfoto: Koch

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