Jan Hörmann verliert in Kampfabstimmung Vorsitz an Patrick Poerschke

JU erobert Wehlheider Union

Patrick

Wehlheiden. Überraschung bei den Vorstandswahlen der CDU Wehlheiden: Der 33-jährige Patrick Poerschke hat sich in einer Kampfabstimmung gegen den bisherigen CDU-Vorsitzenden Jan Hörmann (52), Ehemann der Kasseler CDU-Kreisvorsitzenden Eva Kühne-Hörmann, durchgesetzt.

Im ersten Wahlgang hatten sowohl Poerschke als auch Hörmann jeweils 13 Stimmen erhalten. Ein Mitglied hatte sich enthalten. Ein Ergebnis, mit dem Hörmann offenbar nicht gerechnet hatte. Für den zweiten Wahlgang seien keine Stimmzettel vorbereitet gewesen, heißt es aus Parteikreisen. In einer zweiten Abstimmungsrunde wurde Poerschke, der Mitglied im Kreisvorstand der Jungen Union (JU) ist, mit 14 Stimmen zum neuen Vorsitzenden gewählt, Hörmann bekam 13 Stimmen.

Hörmann wurde schließlich zusammen mit Max Schulze, Vorsitzender der JU, zu Poerschkes Stellvertreter gewählt. Hörmann bekam bei der Blockwahl 14 Ja-Stimmen, Schulze 19 Ja-Stimmen.

Kritik hatte es gegenüber Hörmann bereits seit längerer Zeit in der CDU Wehlheiden gegeben. Christdemokraten haben ihm vorgeworfen, zu wenig Parteiarbeit geleistet zu haben. Er habe sich nur auf seine Arbeit im Ortsbeirat konzentriert.

Der neue Vorsitzende, der ebenfalls Mitglied im Ortsbeirat Wehlheiden ist, will das anders machen: Er kündigt eine forcierte Basisarbeit an. Er wolle sich zunächst um die Mitglieder in seinem Stadtbezirksverband kümmern. „In den vergangenen Jahren haben wir viel zu wenig auf eine Beteiligung der Mitglieder an wirklichen politischen Entscheidungen geachtet. Verbandsarbeit stand stets im Vordergrund. Wir haben uns zu sehr mit uns selbst beschäftigt. Das hört nun auf“, sagt Betriebswirt Poerschke, der bei VW in Baunatal arbeitet und nebenbei noch studiert.

Die CDU wolle künftig wieder offen für Diskussionen und Vorschläge sein und sich in die Debatten in Kassel einmischen. „Wo es Kontroversen gibt, begrüße ich die ausdrücklich. Nichts ist tödlicher für eine Partei als zu Friedhofsruhe verkommene Geschlossenheit“, sagt Poerschke.

Zwischen der Jungen Union und der CDU-Parteivorsitzenden Eva Kühne-Hörmann hatte es im Frühjahr dieses Jahres heftig gekracht, nachdem die Partei die Internetseiten der Harleshäuser CDU abgeschaltet hatte.

JU-Vorsitzender Max Schulze hatte damals Kühne-Hörmann vorgeworfen, dass sie jegliches Maß an demokratischer und geordneter Führung vermissen lasse. „Das einfache Abschalten von Andersdenkenden kennt man sonst nur aus fernöstlichen Regimen und solchen der arabischen Welt.“

„Ganz normaler Vorgang“

Der Kasseler Anwalt Jan Hörmann, der seit 25 Jahren in der Kommunalpolitik aktiv ist, bezeichnet seine Niederlage bei der Wahl zum Vorsitzenden als „unspektakulär“ und „ganz normalen Vorgang“. Ihm gegenüber sei keine Kritik an seiner Arbeit als Vorsitzender geäußert worden. Archivfotos:  Koch, Pflüger-Scherb

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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