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Umbau des Palais Bellevue verzögert sich: Eröffnung erst nach documenta

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Von: Bastian Ludwig

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Zwischendecke und Innenwände entfernt: Der Seitenflügel wurde entkernt und mit Stahlrahmen stabilisiert. Hochbauamtsleiter Axel Jäger vor dem Treppenturm aus Holz, der die Remise mit dem Haupthaus verbindet.
Zwischendecke und Innenwände entfernt: Der Seitenflügel wurde entkernt und mit Stahlrahmen stabilisiert. Hochbauamtsleiter Axel Jäger vor dem Treppenturm aus Holz, der die Remise mit dem Haupthaus verbindet. © Bastian Ludwig

Eng und verwinkelt, das war einmal: Mit der Entkernung des Seitenflügels des Palais Bellevue wurde Raum für einen Veranstaltungssaal geschaffen. Die sogenannte Remise soll für Konzerte, Lesungen, Vorträge und Ähnliches dienen und bis zu 100 Sitzplätze bieten.

Kassel - Doch der aufwendige Umbau des mehr als 300 Jahre alten Palais, in dessen Haupthaus das Spohr-Museum das Literaturhaus Nordhessen sowie die Stiftung Brückner-Kühner einziehen sollen, verzögert sich. „Wir sind drei Monate hinter dem Zeitplan“, sagt Axel Jäger, Leiter des Hochbauamtes. Die hohe Auslastung der Baufirmen, Corona-bedingte Ausfälle bei Handwerkern und Lieferprobleme beim Material hätten den Bauablauf beeinträchtigt. Er ist aber guter Dinge, dass die Arbeiten in einem Jahr abgeschlossen sind und der Umzug der Kultureinrichtungen beginnen kann. „Realistischerweise werden diese aber erst im Frühjahr 2023 mit ihrem Programm starten“, so Jäger.

Noch Baustelle: Die Remise am Palais Bellevue (links) wird von außen auch wieder verputzt.
Noch Baustelle: Die Remise am Palais Bellevue (links) wird von außen auch wieder verputzt. © Bastian Ludwig

In den vergangenen Monaten ist – verborgen vor den Augen der Öffentlichkeit – schon einiges im Inneren der Remise passiert. So wurden Decken und Innenwände herausgerissen. Durch Stahlrahmen wurden die aus Sand- und Ziegelsteinen gefertigten Außenmauern stabilisiert. Zudem entstand aus Holz ein neuer Treppenturm. Dieser sorgt nicht nur für eine Verbindung ins Haupthaus, sondern in ihm befinden sich auch die Toiletten und eine Regiekabine. Alles musste eng mit dem Denkmalschutz abgestimmt werden, was ebenfalls zeitaufwendig ist.

Um die unterschiedlichen Baumaterialien, die im Laufe der Jahrhunderte eingesetzt wurden, sichtbar zu lassen, wird die Remise von innen nicht wieder verputzt, sondern das Mauerwerk wird geschlämmt. Sie erhält in den nächsten Wochen aber neue Fenster. Denkmalgerecht, versteht sich. Auch beginnt demnächst der Einbau der Haustechnik. „Der Treppenturm soll in Theater-Rot erstrahlen“, sagt Jäger. Auf dessen Rückseite wird ein Thekenbereich eingerichtet. Er befindet sich am Haupteingang, der an der Schönen Aussicht liegt. Auf der gegenüberliegenden Seite wird sich die Bühne befinden.

Weil in der Remise auch Kammerkonzerte stattfinden sollen – die Musikakademie ist einer der Nutzer – werden zum Schluss noch akustische Elemente angebracht, um für den optimalen Raumklang zu sorgen. „Die Herausforderung ist, dass hier sowohl Vorträge wie Konzerte funktionieren müssen“, sagt Jäger. Musik brauche einen gewissen Nachhall, bei einem Vortrag sei dieser unerwünscht. Weil unmittelbar an der Remise angrenzend kürzlich ein Trafo-Haus der KVG errichtet wurde, musste die Wand abgeschirmt werden, um Störungen der Bühnentechnik zu verhindern.

3,7 Millionen Euro fließen in den Umbau. Noch mal 400 000 Euro kostet die Gestaltung der Gartenanlage, die aber erst 2023 erfolgt. (Bastian Ludwig)

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