Janz: Leseförderung ist abgedeckt

Bibliotheken-Debatte: Ersatz mit Schulbücherei?

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Schul- und Stadtbibliothek in einem: Die Bibliothek für den Stadtteil Fasanenhof ist in der Grundschule Bossental und zugleich Schulbücherei. Auf unserem Bild leiht Leserin Silvia Scheffer (rechts) bei Bibliotheksleiterin Jutta Meyerrose (links) Bücher aus. Insgesamt gibt es in Kassel vier kombinierte Stadtteil- und Schulbibliotheken. An fast allen Schulen gibt es Schulbüchereien.

Kassel. In der Debatte um die Schließung der Stadtteilbibliotheken in Bad Wilhelmshöhe, Kirchditmold und Fasanenhof richtet sich der Blick jetzt auf die Schulbüchereien.

An vier Schulen gibt es bereits offene Büchereien, die auch von Bürgern genutzt werden können. In Bad Wilhelmshöhe hatte der Ortsbeirat bereits vorgeschlagen, die Stadtteilbibliothek an einer der Schulen unterzubringen, wenn der Standort geschlossen werden müsste.

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Kombinierte Stadtteil- und Schulbibliotheken gibt es derzeit am von Schließung betroffenen Standort Fasanenhof (Schule Bossental), der damit wieder reine Schulbibliothek würde, außerdem in Oberzwehren (Georg-August-Zinn-Schule), in Niederzwehren (Johann-Amos-Comenius-Schule) und an der Offenen Schule in Waldau. Auch an diesen drei kombinierten Standorten soll nach den Plänen der Stadt Personal eingespart werden.

Die Schulbibliotheken werden in der Regel ehrenamtlich von Eltern oder geringfügig Beschäftigten betrieben, die aus den Honorarmitteln der Schule bezahlt werden.

Anne Janz

Ingesamt gibt es an 46 von 55 der Kasseler Schulen eine Bibliothek, berichtete Jugenddezernentin Anne Janz jüngst im Schulausschuss auf Anfrage der CDU-Fraktion. Das entspricht 84 Prozent. An Ganztagsschulen seien Bibliotheken vorgeschrieben, erläuterte Janz. Sämtliche Grundschulen mit Ausnahme der August-Fricke-Schule (Förderschule für geistige Entwicklung) haben eine Bücherei. „Alle Kinder in Kassel können an das Thema Lesen herangeführt werden“, betonte Janz. Sie hoffe, dass die vorgelegten Zahlen zu einer Versachlichung der Debatte führten. „Manchmal hat man den Eindruck, den Kindern würde das Lesen verboten, wenn die Stadtteilbibliotheken schließen müssten.“ Janz verwies auch auf die gut erreichbare Kinder- und Jugendbücherei am Entenanger.

Konkrete Pläne, Schulbibliotheken zu öffnen, gebe es nicht, sagte Janz. Der Bestand der Schulbüchereien sei auf die Klientel der jeweiligen Schule abgestimmt, betonte sie. Romane für Erwachsene und Gesellschaftsliteratur gebe es nicht. Zu bedenken sei außerdem, dass bei einer Öffnung für Bürger zusätzliche Hausmeisterkosten entstünden. Nicht zuletzt stelle sich die Frage der bibliothekarischem Kompetenz bei einem ehrenamtlichen Betrieb.

Von Katja Rudolph

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