Räume im Stadtmuseum sind entkernt - Nach der Trockenlegung beginnt der Umbau

Erst wird abgedichtet

Stabile Säulen, fragiler Grund: Joachim Neukäter an einer Aufgrabung im Keller des Stadtmuseums. Von hier dringt Feuchtigkeit in das Gebäude ein. Die Bohrung an der Stützsäule indes zeigt, dass sie mit ihrem Beton und den Stahlträgern stabil geblieben ist. Foto: Herzog

Kassel. Äußerlich ist rund um das Stadtmuseum am Ständeplatz ein Jahr nach seiner Schließung nicht viel vom geplanten Umbau und der Erweiterung zu sehen. Um so mehr dafür hinter der Fassade. Vom Keller bis zum Kuppeldach mit den Glasbausteinen wurde das Gebäude in den letzten zwölf Monaten entkernt, bis auf die Stützen zurückgebaut und immer wieder auf seine Substanz hin untersucht.

„Wir wissen jetzt ganz genau, welche Wände tragen, welche vom Schimmel befallen sind und wie es um das Fundament bestellt ist“, sagt Joachim Neukäter, Leiter des Amtes für Hochbau- und Gebäudewirtschaft. Diese Erkenntnisse seien Grundlage für die Ausschreibungen gewesen. Neukäter: „Wir haben einen Etat von 7,3 Millionen Euro für den Neu- und Umbau, daran müssen wir uns halten.“ Die langwierigen, gründlichen Sondierungsarbeiten seien notwendig gewesen, „damit wir nicht am Ende vor einer Überraschung stehen, die uns teuer zu stehen kommt“.

Während die tragenden Säulen im Museum in einem sehr guten Zustand sind, muss das Fundament rund um das Museum freigelegt und abgedichtet werden. Einen neuen Boden bekommt auch das Untergeschoss, durch das Feuchtigkeit ins Gebäude eindringt. Neukäter zeigt die entsprechenden Sondierungsbohrungen.

Eine Überraschung gab es im ersten Stock des Hauses: Nachdem das Modell des historischen Kassel abgebaut war, wurde beim Zurückbauen des Ausstellungsraumes eine Falltür freigelegt, die vorher nicht zu sehen war. Die Decke zum zweiten Stock muss verstärkt werden. Sie trägt zwar Ausstellungsstücke und Besucher, nicht aber dicht nebeneinander stehende Bücherregale.

Zirka 900 Quadratmeter mehr Ausstellungsfläche - von jetzt 1100 auf später 2000 Quadratmeter - wird das Stadtmuseum zur Verfügung haben, wenn es am 18. Februar 2013 wieder eröffnet wird.

Große Platzprobleme

Eines der großen Probleme, die den gesamten Umbau begleiten werden, ist die Platzfrage für Baumaterialien und Baufahrzeuge. „Vor dem Museum liegt der Standeplatz, dahinter gibt es öffentliche Parkplätze und eine Tiefgarage, und die Durchfahrt an der Seite muss auch frei bleiben“, sagt Jörg Kaufmann, verantwortlich für die Projektsteuerung. Zumindest vorübergehend sollen den Anliegern Parkplätze im Parkhaus an der Fünffensterstraße angeboten werden, damit man vor dem Museum tageweise Materialien für den Einbau lagern kann. Ab Mai sollen die Bagger und Kräne rollen. Mehr über das Kasseler Stadtmuseum erfahren Sie unter http://regiowiki.hna.de/Stadtmuseum

Von Wilhelm Ditzel

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