Stadt steht unter Druck

Erste Großunterkunft für Flüchtlinge in Kasseler Nordstadt

Die Fichtner-Oestmann-Siedlung in der Nordstadt: Hier will die Stadt eine große Gemeinschaftsunterkunft und Wohngruppen für minderjährige Flüchtlinge schaffen. Fotos: Malmus

Kassel. 1450 Asylbewerber hat die Stadt Kassel derzeit zu versorgen. Noch gibt es genug Unterkünfte für die Menschen. Weil es Ende des Zustroms von Flüchtlingen nach Deutschland aber derzeit nicht abzusehen ist, müssen neue Kapazitäten geschaffen werden. Gestern stellte Sozialdezernent Christian Geselle mehrere neue Standorte für Flüchtlingswohnheime vor.

Waldau

Die Stadt hat das Hotelgebäude des „Motel24h“ an der Heinrich-Hertz-Straße komplett für sechs Jahre von der Betreibergesellschaft gemietet. Der Hotelbetrieb wird eingestellt, statt dessen wird eine Inobhutnahme – also eine Art Erstaufnahmestelle – für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (UMF) eingerichtet. Bis zu 120 Jugendliche finden dort Platz. Mit der Belegung soll ab 15. November begonnen werden, sagte Antje Kühn vom Jugendamt. Man werde allerdings zunächst nicht alle Plätze benötigen. Die Hephata wird das Wohnheim betreiben, die Jugendlichen werden rund um die Uhr betreut.

Zuletzt war es zu Engpässen bei der Aufnahme von alleinreisenden minderjährigen Flüchtlingen gekommen, die nach den Vorgaben der Jugendhilfe behandelt werden müssen und daher nicht in regulären Asylbewerberheimen untergebracht werden. Deshalb wich das Jugendamt zum Teil schon auf Hotelzimmer aus, weil die UMF-Wohngruppen voll waren. Derzeit sind 280 jugendliche Flüchtlinge in Obhut der Stadt.

Nordstadt

In ehemaligen Henschelhäusern in der Fichtner-Oestmann-Siedlung entstehen eine große Gemeinschaftsunterkunft sowie Wohngruppen für minderjährige Flüchtlinge. Dazu mietet die Stadt sechs von insgesamt 13 Häusern der Wohnwert GmbH an, die das Immobilienunternehmen saniert hat beziehungsweise noch saniert.

Zum Dezember soll das erste Haus mit 48 Plätzen belegt werden, sagte Sozialdezernent Geselle. Bis zum Sommer werden nach und nach weitere Häuser fertig, sodass insgesamt 320 Menschen dort untergebracht werden können. Betreiber der Gemeinschaftsunterkunft wird die Caritas.

Platz der Dt. Einheit

An der Leipziger Straße, direkt am Großen Kreisel gegenüber den Tankstellen, baut ein Privateigentümer derzeit seine Immobilie zur Wohnnutzung um. Dort wird ab Februar eine Gemeinschaftsunterkunft mit 280 Plätzen eröffnen. Betreiber wird der Eigentümer, die Sozialberatung der Flüchtlinge übernimmt wie in allen städtischen Unterkünften die Caritas.

Jägerkaserne

In einem Gebäude der Jägerkaserne am Auestadion gibt es bereits seit Jahren ein Asylbewerberunterkunft mit 135 Plätzen. Der Bund stellt der Stadt jetzt zwei weitere ehemalige Kasernengebäude zur Verfügung. Darin sollen 2016 eine weitere Gemeinschaftsunterkunft für 60 Personen sowie ein Wohnheim für 40 jugendliche Flüchtlinge einziehen. Die Umbauten sollen demnächst beginnen. (rud/pdi)

Von Katja Rudolph

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