Der Esel lahmte, weil er falsch versorgt wurde - Der Besitzer hat inzwischen auf Auflagen reagiert

Max soll nicht mehr allein sein

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Bekommt bald Gesellschaft: Unser Bild zeigt Esel Max im vergangenen Dezember, als er krank und einsam auf der Weide steht - inzwischen geht es dem Tier wieder besser.

Harleshausen. Dem Esel Max, der auf der Weide oberhalb der Elena-Klinik in Harleshausen beheimatet ist, geht es deutlich besser. Dies berichtet auf HNA-Anfrage Dr. Heiko Purkl, stellvertretender Leiter des Veterinäramtes der Stadt Kassel.

Anfang Dezember hatten Spaziergänger erkannt, dass der Esel Schmerzen litt, stark hinkte, verängstigt im Unterstand kauerte, sein Trinkwasser gefroren war. Unmittelbar nachdem Passanten das Veterinäramt über die Missstände informiert hatten, wurde die Behörde aktiv.

Die Diagnose des hinzugezogenen Tierarztes lautete Lahmheit des Stützbeins, berichtet Purkl. Ursache dafür war eine Entzündung im Huf, hervorgerufen durch mangelnde Pflege, nicht durch die sogenannte Rehe-Krankheit, erklärt er. Wenn Hufe längere Zeit falsch oder nicht ausgeschnitten würden, könne es schwere Entzündungen geben. Max habe sein Bein kaum noch belasten können, der Tierarzt habe ihm schmerzstillende Medikamente verabreicht und die weitere Behandlung veranlasst. „Jetzt haben wir ein erfreuliches Ergebnis, der Esel läuft wieder gut, tollt sogar in vollem Galopp“, berichtet Purkl. Den Heilungsprozess habe er genau verfolgt. „Ich habe mehrfach unangekündigt und gerade auch bei eisigen Wetterlagen auf der Weide kontrolliert“, berichtet der stellvertretende Veterinäramtsleiter. Seine Auflage für den Besitzer: Er muss künftig dafür sorgen, dass die Hufe regelmäßig und fachgerecht gepflegt sind.

Auch die anderen Auflagen für die richtige Haltung des Tieres habe der Besitzer bislang erfüllt, sagt Purkl. So hat der Esel im Unterstand eine Strohmatte zum Hinlegen bekommen, bei Frost steht gewärmtes Trinkwasser bereit, die Raufe ist regelmäßig mit Heu gefüllt. „Bis jetzt arbeitet der Besitzer mit uns gut zusammen“, berichtet Purkl. „Wir werden die Tierhaltung aber weiter im Auge behalten“, betont er.

Da Esel Herdentiere sind und Gesellschaft brauchen, muss Max‘ Besitzer jetzt so schnell wie möglich ein Beistelltier für den Esel anschaffen, erklärt der Veterinär. Dies sei bei einem 14 Jahre alten unkastrierten Esel nicht ganz einfach, für dessen artgerechte Haltung aber unerlässlich, sagt er. „Langfristig dulde ich keine Einzeltierhaltung“, stellt der Amtstierarzt klar.

Der Besitzer des Esels, wollte auf Anfrage keine Stellung nehmen. Dem Vernehmen nach wird Max aber schon bald ein Begleittier bekommen.

Von Sabine Oschmann

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