Hochwasserschutz: Stadt investiert in Rückhaltebecken in Niederzwehren

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Arbeiten auf Hochtouren: An der Kreuzung Wartekuppe wird der bisher verrohrte Eselsgraben momentan freigelegt (vorn). Im Hintergrund ist die Wiesenfläche zu sehen, die durch den Bau eines Damms zum Stauraum wird.

Niederzwehren. „Der Eselsgraben kann ganz schön heimtückisch sein“, sagt Gerhard Rinder, CDU-Ortsbeiratsmitglied von Niederzwehren. Drei Viertel des Jahres führe er kaum Wasser, doch wenn es mal richtig schütte, trete er schnell über die Ufer.

Überflutete Keller sollen spätestens Ende des Jahres im Stadtteil der Vergangenheit angehören. Bis dahin will die Stadt zwei Regenrückhaltebecken in Betrieb nehmen, die den Eselsgraben bändigen sollen. Während die Arbeiten für den 3000 Kubikmeter fassenden Stauraum an der Wartekuppe schon fortgeschritten sind, rollen die Bagger für das zweite, mit 11 600 Kubikmetern Fassungsvermögen viel größere Becken am Keilsberg erst jetzt. Zuvor hatten Vertreter des Kasseler Entwässerungsbetriebs (KEB), der mit beiden Projekten beauftragten Firma Emmeluth und Stadtbaurat Dr. Joachim Lohse den symbolischen Spatenstich gesetzt.

Die beiden Becken sollen Niederzwehren vor extremen Regenfluten schützen. Solche Starkregenereignisse träten im Zeichen des Klimawandels und zunehmender Versiegelung von Flächen im benachbarten Baunatal- Rengershausen immer häufiger auf, sagte Lohse.

Die Stadt investiert 1,4 Millionen Euro in das Projekt, 1,1 Millionen davon sind Landeszuschüsse. Am Keilsberg wird der Eselsgraben in ein neues, geschlängeltes Bett verlegt. Eine vorhandene Wiese wird ausgebaggert, um Stauraum für den Bach zu schaffen.

Zwischen Wartekuppe und Dennhäuser Straße legen die Bauarbeiter den bisher verrohrten Eselsgraben frei. Ein Erdwall sorgt später dafür, dass der Bach sich auf einer Wiesenfläche zurückstauen kann. Unter und an der Straße Wartekuppe wird ein Nadelöhr im Rohrsystem beseitigt, das bisher Überflutungen verursachte.

Kommendes Jahr soll der Eselsgraben in zwei Abschnitten für 300.000 Euro renaturiert werden. Pläne erarbeitet momentan das Umwelt- und Gartenamt. Die Stadt habe Signale aus Wiesbaden erhalten, dass sich das Land an den Kosten mit 75 Prozent beteiligen werde, sagte Lohse. Ortsbeiratsmitglied Rinder hofft, dass im Rahmen der Renaturierung des Eselsgrabens ein reichlich verwildertes Natur-Kleinod des Stadtteils ein neues Gesicht erhält, die von Anwohnern sogenannte kleine Wilhelmshöhe mit ihrem kaskadenförmigen Bachlauf. Er wartet gespannt auf die Vorschläge des Gartenamts. (pdi)

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