Der 37-jährige Michael Pfaffenbach engagiert sich als ehrenamtlicher Sterbebegleiter im Hospiz Kassel

Etwas vom Glück zurückgeben

Möchte Menschen auf ihrem letzten Weg begleiten: Michael Pfaffenbach. Foto: Herzog

KASSEL. Michael Pfaffenbach beschäftigt sich mit dem Tod: Als ehrenamtlicher Sterbebegleiter des Hospizdienstes will er Sterbende und deren Angehörige unterstützen. Wie kommt es, dass ein 37-jähriger Mann todkranke Menschen in den letzten Wochen ihres Lebens begleiten möchte? „Das war eine reine Bauchentscheidung“, sagt der selbstständige Versicherungskaufmann. Er sei bisher erst einmal mit dem Tod konfrontiert worden, als seine Großmutter starb.

Anfang November wurde Michael Pfaffenbach zum ehrenamtlichen Mitarbeiter des Hospizes Kassel ernannt. Nun wartet er auf seinen ersten Einsatz. Angst vor dem, was ihn erwartet, habe er nicht. Er kann sich vorstellen, junge Erwachsene im Alter zwischen 20 und 30 Jahren zu begleiten.

Zu seinen Aufgaben gehört es, die Angehörigen zu entlasten und Sterbende in ihrem häuslichen Umfeld zu begleiten. „Ich leiste den Menschen Gesellschaft, spreche mit ihnen oder sitze einfach nur an ihrem Bett und halte ihre Hand“, sagt Pfaffenbach.

In den vergangenen sieben Monaten hat Michael Pfaffenbach einen Vorbereitungskurs absolviert. In einer zehnköpfigen Gruppe hat er gemeinsam mit Pfarrern, Krankenpflegern, Ärzten und Psychologen über Themen wie Pflegeversicherung, Sterbe- und Trauerbegleitung gesprochen: „Auf die Tätigkeit kann man nicht wirklich vorbereitet werden“, sagt er. Obwohl er der Jüngste in der Gruppe ist, fühle er sich schon sehr verbunden mit den anderen Teilnehmern. Künftig treffe man sich alle vier Wochen, um Erfahrungen auszutauschen.

Über einen Aufruf des Hospizdienstes in der HNA ist er auf die Tätigkeit als Sterbebegleiter aufmerksam geworden. „Ich habe den Bericht gelesen und mir Gedanken über mich und mein Leben gemacht“, erinnert sich der Fußballspieler: „Ich habe in meinem Leben immer Glück gehabt und möchte nun etwas davon zurückgeben.“ Sein Engagement erstaunt die Menschen in seinem Umfeld. Nicht alle seine Fußballkollegen vom TSV Rothwesten verstehen, warum er dieses Ehrenamt ausüben will. Für sie ist die Auseinandersetzung mit dem Tod noch kein Thema. Seine Freundin und seine Familie hingegen haben Respekt vor seinem Engagement.

Aber der Tod bestimmt ganz sicher nicht sein gesamtes Leben. Michael Pfaffenbach verreist gern. In seiner Freizeit treibt der 37-Jährige viel Sport und liest Krimis, am liebsten von John Grisham und Donna Leon.

Von Alia Shuhaiber

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