Höhere Umlage ab 2013: 40 Euro mehr für Ökostrom

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Teure Energiewende: Immer mehr Windkrafträder und Sonnenkollektoren in Deutschland erzeugen erneuerbare Energie. Die Betreiber solcher Anlagen erhalten 20 Jahre lang eine garantierte Förderung. Dieses Geld wird per Umlagevefahren von den Stromkunden eingetrieben.

Kassel. Ab nächstem Jahr müssen auch die Stromkunden in Stadt und Landkreis Kassel einen deutlich höheren Aufschlag zur Förderung erneuerbarer Energien zahlen. Wie berichtet, steigt die Ökostrom-Umlage von derzeit 3,6 auf knapp 5,3 Cent für jede verbrauchte Kilowattstunde.

Für einen durchschnittlichen Kunden der Städtischen Werke entspricht das laut Pressesprecher Ingo Pijanka einem Plus von gut 40 Euro im Jahr.

Wie sich das ab Januar auf die Stromrechnung insgesamt auswirken wird, sei allerdings noch nicht klar. „Wir sind derzeit noch am Rechnen“, sagt Pijanka. Neben dem tatsächlich verbrauchten Strom und der Öko-Umlage müssten noch mehrere weitere preisrelevante Faktoren berücksichtigt werden. Das seien etwa die Durchleitungskosten für vorgelagerte Verteilernetze, die wegen des Ausbaus vor dem Hintergrund der Energiewende tendenziell teurer würden. Die Beschaffungskosten für den Strom selbst würden an den Börsen momentan eher sinken, sagte Pijanka.

„Das ist der einzige Posten, den wir – zum Beispiel durch klugen Einkauf – als Stadtwerke mitgestalten können.“ Was die Öko-Umlage betrifft, würden die Werke „ausschließlich jene Beträge an die Kunden weitergeben, die uns selbst in Rechnung gestellt werden “, betonte Pijanka. Eine „versteckte Erhöhung“ der Gewinnmarge werde es in diesem Zusammenhang nicht geben, sagte er.

In Kassel hängen etwa 100 000 Haushalte am Stromnetz der Städtischen Werke, über 90 Prozent von ihnen bekommen – Stichwort: freie Anbieterwahl – von den Werken auch die Energie geliefert. Bis Mitte November werden laut Pijanka alle Stromkunden ein Schreiben erhalten, in dem die Werke erläutern, wie sich Marktentwicklungen und gesetzliche Regelungen auf den Strompreis des kommenden Jahres auswirken.

Für den einzelnen Haushalt werde es wohl auf eine Erhöhung hinauslaufen, sagte der Werke-Sprecher und betonte zugleich, dass „derzeit noch nichts beschlossen“ sei.

Auch beim regionalen Stromversorger Eon Mitte heißt es, man könne derzeit noch nicht sagen, wie sich die Erhöhung der Ökostrom-Umlage auf die Preise für Privatkunden auswirken werde. Pressesprecher René Schneider von der Vertriebs-GmbH von Eon Mitte wies darauf hin, dass der Anteil staatlich verursachter Kosten inzwischen knapp 50 Prozent des Strompreises ausmache. Wie viele Kunden das Unternehmen im Raum Kassel beliefert, dazu mache Eon Mitte aus Wettbewerbsgründen keine Angaben.

Für die Stromkunden sowohl bei Eon Mitte wie bei den Städtischen Werken gibt es keinen einheitlichen Termin, wann sich die um fast 50 Prozent höhere Ökostrom-Umlage auf den Rechnungen bemerkbar machen wird. Beide Versorger haben die Zählerablesung und Jahresabrechnung bei ihrer Kundschaft nach einem Wellensystem übers ganze Jahr verteilt.

Von Axel Schwarz

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