Fernziele nur sehr eingeschränkt erreichbar

Kasseler Reisebüros: Reisen in Europa sind zur Ferienzeit gefragt

Reisebetrieb zu Beginn der Herbstferien am Flughafen BER
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Noch läuft die Reisebranche nicht wie vor Corona.

Es sind Herbstferien in Hessen, doch die Urlauber strömen noch nicht wie früher in die Urlaubsländer. Besonders für Fernreisen ist die Lage derzeit noch schlecht.

„Die Buchungen haben im letzten Monat zwar merklich zugenommen“, sagt Werner Stöter vom gleichnamigen Reisebüro in Kassel, „von einem Ansturm auf die Reisebüros kann aber keineswegs die Rede sein“. Gut liefen zwar Pauschalreisen zu den typischen Destinationen in Europa, berichtet Stöter. Spanien, Italien, Portugal und Griechenland würden von den Kunden gut nachgefragt, was auch daran liege, dass sich dort die Einschränkungen durch Corona in Grenzen hielten. Insbesondere für Familien mit ungeimpften Kindern über 12 Jahren seien die notwendigen Tests ein finanzieller wie organisatorischer Aufwand.

Klaus Spohr, Geschäftsführer der Derpart Wimke Reisewelt, sagt: „Mallorca, die Kanaren und die griechischen Inseln sind zwar wichtig für das Geschäft, davon allein lässt sich ein Reisebüro aber nicht tragen.“ Das wirtschaftliche Problem: Die für Reisebüros lukrativen Fernreisen zu den beliebten Zielen sind weiterhin nur sehr eingeschränkt möglich. Auch die Kreuzfahrten liefen nur schleppend wieder an, sagen Spohr und Stöter.

Reiseexperte Werner Stöter

„Das Winterhalbjahr ist eigentlich die Hochzeit für Fernreisen, da geht aber noch nicht viel“, berichtet Stöter. Traumstrände in der Dominikanischen Republik, auf den Malediven, in Thailand oder auf Bali seien zwar gut erreichbar, „allerdings ist das eine sehr individuelle Abwägung: Liege ich nur am Strand oder will ich im Urlaubsland viel rumreisen? Wie sehr stören mich die Einschränkungen vor Ort?“, gibt Stöter zu bedenken. Beide Reiseexperten hoffen auf baldige Lockerungen, was die Einreise in die USA angeht.

Zufrieden mit den Buchungen seiner Busreisen ist Jürgen Fredrich vom Reisebüro Fredrich, auch wenn das Vor-Corona-Niveau noch nicht erreicht ist. „Wir haben in allen Bussen Filter eingebaut, um Sicherheit zu gewährleisten.“ Fahrten in europäische Großstädte seien kaum gefragt, dagegen liefen die Rundreisen nach Italien, Kroatien oder ins Baltikum gut. Innerhalb Deutschlands seien die Küstengebiete gut im Rennen. (Von Gregory Dauber)

USA-Einreise ab November nur mit 2G

Die Reisebranche verbindet große Hoffnungen auf eine Erholung der Geschäftslage auch mit der für Anfang November angekündigten Wiedereröffnung der Einreise in die USA für geimpfte und genesene Reisende – das war seit März 2020 nicht möglich. Coronatests bleiben Pflicht. Diskussionen gab es zuletzt darüber, ob auch mit Astrazeneca Geimpfte reingelassen werden – laut New York Times sollen nun aber alle mit einem von der WHO zugelassenen Impfstoff einreisen dürfen.

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