Nur zwei Bewerber aus Stadt und Kreis Kassel auf dem Stimmzettel

Lauter fremde Namen: Das sind die Kandidaten für die Europawahl

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40 Wahlvorschläge listet der in ganz Hessen gleich aussehende Stimmzettel zur Europawahl auf. Nur die CDU tritt mit einer Landesliste an.

Von der CDU bis zur Bewegung Volt: 40 Wahlvorschläge lang ist der Stimmzettel zur Europawahl. Das Papier ist in allen hessischen Städten und Gemeinden gleich. Ein Überblick.

Der Stimmzettel listet alle 40 zur Europawahl am 26. Mai antretenden Parteien und Organisationen mit ihren jeweiligen Spitzenkandidaten auf. Zumeist werden die ersten zehn Bewerber aufgezählt. Genannt werden Name, Beruf und Wohnort.

Die Listen

Der Stimmzettel ist eine lange Liste mit vielen in der Region unbekannten Kandidaten. Denn bei den Wahlvorschlägen handelt es sich – mit Ausnahme der CDU – um Bundeslisten der Parteien und Bewegungen („Gemeinsame Liste für alle Länder“). 

Das heißt: Dort sind die Kandidaten verzeichnet, die nicht nur in Hessen, sondern auch in den anderen Bundesländern an den Start gehen. Nur die CDU tritt zur Europawahl mit einer eigenen Landesliste an („Liste für das Land Hessen“). Hintergrund: Weil die CDU ja in Bayern nicht kandidiert, dort tritt bekanntlich die CSU an, kann sie auch keine bundesweite Liste aufstellen.

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Die Auffälligkeiten

Die CDU mit einer Hessenliste, alle anderen mit Bundeslisten: Das hat zur Folge, dass auf dem CDU-Wahlvorschlag ein Bewerber aus der Region auftaucht, den man so gar nicht auf dem Schirm hatte. Und dass bei der SPD-Liste eine heimische Kandidatin vermisst wird, die man dort eigentlich erwartet hatte.

Bei der CDU steht auf Listenplatz 5 der aus Vellmar (Landkreis Kassel) stammende Michael Stöter. Bei der SPD fehlt mit Martina Werner die erneut kandidierende Abgeordnete des Europäischen Parlaments aus Niestetal. Die Sozialdemokratin belegt zwar auf der hessischen Landesliste ihrer Partei den zweiten Platz, schaffte es aber damit nicht auf einen der bundesweit ersten zehn SPD-Listenplätze. Deshalb taucht Martina Werner auch nicht auf den Stimmzetteln in Hessen auf.

Wer sich die Parteien und Kandidaten genauer anschaut, dem fällt weiter unten bei Wahlvorschlag 35 noch ein anderer Bewerber aus der Region auf: der ehemalige Pirat und Stadtverordnete Jörg-Peter Bayer aus Kassel. Zur Europawahl 2019 tritt der freie Journalist für die Bewegung „NL Neue Liberale – Die Sozialliberalen“ an.

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Die Aussichten

Michael Stöter aus Vellmar und Jörg-Peter Bayer aus Kassel: Diese beiden Kandidaten sind die einzigen aus Stadt und Landkreis Kassel, die auf dem hessenweiten Europawahl-Stimmzettel auftauchen. Als Bewerber aus der weiteren Region Nordhessen tauchen darauf bei den Grünen auf Platz 6 der Europaabgeordnete und Biobauer Martin Häusling aus Bad Zwesten und bei den Freien Wählern auf Platz 2 der Geschäftsführer Engin Eroglu aus Schwalmstadt auf.

Bislang vertreten sieben Hessen ihr Bundesland im Europaparlament, neben Werner und Häusling sind das Dr. Udo Bullmann (SPD), Michael Gahler und Thomas Mann (CDU) sowie Wolf Klinz (FDP) und Julia Reda (Piraten). Bei der neunten Direktwahl am 26. Mai werden 705 Abgeordnete gewählt, 96 davon werden aus Deutschland kommen. Ob und wie viele Abgeordnete aus Kassel, Nordhessen und Hessen einziehen werden, bleibt abzuwarten. Hoffnung kann sich aus dem Raum Kassel eigentlich nur Martina Werner machen. Auch wenn die Sozialdemokratin nicht auf dem Stimmzettel steht.

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