Beratung wird ausgebaut

Evangelische Bank in Kassel legt im Kreditgeschäft kräftig zu

Thomas Katzenmayer

Die Evangelische Bank (EB) hat im vergangenen Jahr im Kreditgeschäft kräftig zugelegt, baut ihr Beratungsangebot weiter aus und treibt die Digitalisierung voran.

Wie Deutschlands größte Kirchenbank jetzt mitteilte, erhöhte sie ihr Gesamtkreditvolumen dank der steigenden Investitionsbereitschaft der Gesundheits- und Sozialwirtschaft gegenüber dem Vorjahr um 10,5 Prozent auf aktuell 4,32 Milliarden Euro. Allein das Kreditneugeschäft belief sich auf fast 736 Mio. Euro – 89 Mio. mehr als im Vorjahr. Treiber sind Sozialverbände, Krankenhaus-, Pflege- und Altenheimträger sowie Behinderteneinrichtungen, die kräftig in die Modernisierung bestehender und den Bau neuer Gebäude investieren.

„Wir blicken auf ein erfolgreiches und gutes Geschäftsjahr 2017 zurück. Trotz des herausfordernden Umfelds haben wir unseren Wachs-tumskurs fortgesetzt und konnten unsere Position als Spezialdienstleister für Kirche, Diakonie und Sozialwirtschaft weiter stärken“, erklärte EB-Vorstandsvorsitzender Thomas Katzenmayer.

Parallel zum Kreditgeschäft stiegen auch die Kundeneinlagen. Zum Jahresende summierten sie sich auf 6,02 Mrd. Euro – ein Plus von einem Prozent. Damit hat die EB noch genügend Spielraum für weiteres Kreditwachstum. Denn dem Geschäftsprinzip genossenschaftlicher Banken folgend, sammelt auch die Kirchenbank Kundengelder ein, um sie an andere zu verleihen.

Trotz der anhaltenden Niedrigzinsphase erhöhte die EB den Zinsüberschuss um zwei Prozent auf 81,3 Mio. Euro. Er ist die wichtigste Ertragsquelle der Bank. Der Provisionsüberschuss – der zweitwichtigste Gewinnbringer – stieg um ein Prozent auf knapp 20,7 Mio. Euro. Unterm Strich bleibt der Bank im kirchlichen Raum ein nahezu konstanter Überschuss von 10,2 (Vorjahr: 10,1) Mio. Euro aus. Die Bilanzsumme, eine der wichtigsten Kenngrößen von Banken, legte um 2,2 Prozent auf 7,28 Milliarden Euro zu.

Die EB steckt in einem weitreichenden Umbau, um fit für die Zukunft zu bleiben. Dazu gehört die Bildung der neuen Tochter EB Consult, die sich auf die Beratung der Sozial- und Gesundheitswirtschaft bei der Analyse und Umsetzung großer Investitionen spezialisiert hat. Gleichzeitig treibt die EB die Digitalisierung durch innovative Produkte und straffere technische Abläufe voran. Damit einher geht der bereits im vergangenen Jahr verkündete sozialverträgliche Abbau von 100 der damals noch 430 Vollzeitstellen bis 2021. Zurzeit beschäftigt die Bank 470 Menschen in Voll- und Teilzeit – 2016 waren es noch 486.

Träger: Kirche und Diakonie

Die Evangelische Bank wird von der Landeskirche, Kirchenkreisen und -gemeinden sowie der Diakonie getragen. Sie arbeitet nach dem christlichen Wertekanon. Klassische Geschäfte mit der Privatwirtschaft sind tabu. Das kirchliche Kreditinstitut investiert nur in Projekte der Kirche und Diakonie, Gesundheits- und Sozialwirtschaft. Die Bank hat 72 000 private und 19 000 institutionelle Kunden. Foto: privat/nh

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