Kirchen für Flüchtlinge öffnen

Evangelische Kirche will 50 Millionen Euro einsparen

Kassel. Die Evangelische Landeskirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) steht vor massiven Einschnitten: Bis 2026 will die Kirche ein Viertel ihres Haushaltsvolumens - gemessen am Jahr 2010 - einsparen. Das entspricht rund 50 Millionen Euro.

Damit will die Kirche angesichts sinkender Mitgliederzahlen auch künftig ihre Handlungsfähigkeit erhalten.

Da Personalkosten den Großteil des Kirchenhaushalts ausmachen, ist ein Stellenabbau von mindestens 25 Prozent bei der Kirchenverwaltung vorgesehen. Das würde bedeuten, dass in zehn Jahren statt rund 500 nur noch 375 Mitarbeiter (ausgenommen Pfarrer) bei der Kirche tätig sind. Für die Pfarrstellen hatte die Kirche bereits 2013 ein Abbauprogramm beschlossen.

In den vergangenen vier Jahren ist von Arbeitsgruppen ein Programm mit Einsparvorschlägen für alle Bereiche kirchlicher Arbeit ausgearbeitet worden. Darüber wird nun die Landessynode als Kirchenparlament bei ihrer Tagung vom 23. bis 26. November diskutieren und abstimmen. Unter anderem stehen auch Abstriche bei der baulichen Unterhaltung von Kirchen zur Debatte.

Es handele sich um ein „gewaltiges Konzentrations- und Einsparprogramm“, sagte gestern Präses Rudolf Schulze, der der Landessynode vorsitzt. Ziel sei, „dass wir künftig unsere Kräfte so bündeln und unsere Ressourcen so einsetzen, dass wir den Menschen noch besser dienen können“. Die Kinder- und Jugendarbeit sei von den Einsparungen ausgenommen. Zudem wolle sich die Kirche künftig in der Flüchtlingsarbeit noch stärker engagieren. So will die EKKW als Sofortmaßnahme eine Million Euro für die soziale Arbeit mit Flüchtlingen im Bereich der Landeskirche bereitstellen.

Kirchen für Flüchtlinge öffnen

Bischof Prof. Dr. Marin Hein regte an, im Winter auch Gemeindehäuser und Kirchen als Notunterkünfte für Flüchtlinge zu öffnen.

Rubriklistenbild: © dpa

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