Evangelische Kirche will weitere Fusionen

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Die Kasseler Emmauskirche

Kassel. Die Evangelische Kirche in Kassel will ihren Fusionskurs fortsetzen: Seit 2008 gab es bereits sechs Zusammenschlüsse von Gemeinden. Die Zahl der eigenständigen Kirchengemeinden hat sich damit von 31 auf derzeit 22 reduziert.

Ziel des Stadtkirchenkreises ist es, die Zahl der Gemeinden auf 14 oder 15 zu reduzieren. Doch in vielen der noch nicht fusionierten Gemeinden herrscht bei dem Thema Skepsis. „Die erste Halbzeit ist gespielt, die zweite wird schwieriger“, sagt Dekan Jürgen Renner vom Stadtkirchenkreis. Hintergrund der Fusionsbemühungen ist, dass bei größeren Einheiten die Finanzzuweisungen von der Landeskirche weniger stark sinken. Grob gerechnet bringe jede Zusammenlegung 20.000 Euro pro Jahr, sagt Renner.

Insgesamt brächten die vollzogenen Fusionen inzwischen eine sechsstellige Summe jährlich. Im Kirchenkreis Kaufungen, der sich weitgehend mit dem Altkreis Kassel deckt, steht das Thema Fusionen laut Dekanin Carmen Jelinek derzeit nicht auf der Tagesordnung. In den vergangenen zehn Jahren habe es vier Zusammenlegungen gegeben. In der katholischen Kirche werden für die Zukunft zwar Fusionen in Betracht gezogen, heißt es im Dekanat Kassel-Hofgeismar. Konkret sei das aber noch nicht. Wegen des Priestermangels gibt es in acht der 14 Gemeinden jedoch bereits personelle Doppelzuständigkeiten.

Bei der evangelischen Kirche geraten nicht fusionierte Gemeinden zunehmend unter Druck. Im neuen Haushalt ist die Zuweisung so gestaffelt, dass kleine Gemeinden pro Mitglied weniger Geld bekommen. Für fusionierte Gemeinden gibt es eine Art Bonus. In Niederzwehren haben sich Lukas- und Matthäuskirche dennoch vorerst gegen eine Fusion entschieden. „Sparen kann nicht das einzige Argument sein“, sagt Pfarrer Dietrich Hering. „Die Gemeindekulturen müssen auch zusammenpassen.“ (rud)

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