Ziel: Zusammenarbeit der Gemeinden intensivieren

Evangelische Kirchen rücken zusammen

Kassel. Die Gemeindefusionen innerhalb des evangelischen Stadtkirchenkreises sind vorerst zum Stillstand gekommen. Die ehemals 31 Gemeinden in der Stadt wurden in den vergangenen Jahren zu aktuell 22 zusammengefasst.

Künftig sollen benachbarte Gemeinden aber vor allem im Bereich der Jugendarbeit sowie in Bau- und Gebäudefragen enger zusammenarbeiten. Einen entsprechenden Beschluss hat die Stadtsynode, also das Kirchenparlament, jetzt gefasst.

Ziel sei es, die vorhandenen personellen und finanziellen Ressourcen effektiver einzusetzen, sagte Stadtdekan Jürgen Renner im HNA-Gespräch. Hintergrund ist, dass durch sinkenden Mitgliederzahlen die Kirche sparen muss. Um Synergien zwischen den Gemeinden zu nutzen, werden fünf sogenannte Kooperationsräume gebildet. Sie sind benannt nach der Lage: Nordost, Mitte, Südwest, Südost und Nordwest.

Innerhalb dieser Regionen soll zum einen die Kinder- und Jugendarbeit über ein gemeinsames Kuratorium koordiniert werden. Zum anderen soll ein gemeinsamer Bauausschuss gegründet werden, der Fragen der - womöglich gemeinsamen - Nutzung, der Bewirtschaftung und Instandhaltung von Gebäuden bespricht. Er soll beratende Funktion bei der Verteilung der Baumittel im Stadtkirchenkreis haben. „Wir haben zu viele und zu große Gebäude für die jetzige Größe unserer Gemeinden“, sagte Dekanin Barbara Heinrich vor der Synode. Daher müsse man gemeinsam Schwerpunkte setzen. Eine Möglichkeit, zum Beispiel im Winter Heizkosten zu sparen, könnte sein, in sehr nahe beieinanderliegenden Kirchen Gottesdienste im sonntäglichen Wechsel stattfinden zu lassen, so Dekan Renner.

Gemeinsame Gruppen

Auch die Pfarrer sollen sich künftig noch besser absprechen, um Arbeit übergemeindlich zu koordinieren und zu bündeln. Einige Gemeinden hätten beispielsweise bereits gemeinsame Konfirmandengruppen. Auch bei den Gemeindebriefen könne die Zusammenarbeit sinnvoll sein, sagte Renner. Oder die Gemeinden könnten sich Sekreätrinnen teilen. Auch bei Gottesdiensten und anderen Angeboten könne man in den Gemeinden sich ergänzende Schwerpunkte setzen, etwa im Bereich Kirchenmusik, Kindesgottesdienst oder Glaubenskurse: „Es muss nicht jeder Kirche das Gleiche machen“, sagte Renner. Wichtig sei, dass in den fünf Regionen jeweils alle Bereiche abgedeckt seien.

Inhaltliche Zusammenarbeit - etwa bei der Hilfe für Flüchtlingen - solle es aber auch über die Regionalgrenzen hinaus geben, betont Renner: „Wir wollen keine Subkirchenkreise bilden, sondern verstehen uns als ein großes Ganzes.“

Im Alltag werde sich durch die intensiveren Kooperationen zunächst nichts Gravierendes ändern, versprach Renner. Die Selbstständigkeit der Gemeinden bleibe erhalten. „Die Zusammenarbeit, die ja auch jetzt schon hier und da stattfindet, hat künftig aber eine höhere Verbindlichkeit.“ Auf mittlere Sicht könnten sich dabei Perspektiven für weitere Fusionen ergeben.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.