Haftbefehl außer Vollzug gesetzt

Ex-Chef des Vellmarer Sicherheitsdienstes SD24 wieder in Freiheit

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Kassel. Vor vier Wochen wurde Tim L., der frühere Chef des Vellmarer Sicherheitsdienstes SD24, zu einer Haftstrafe verurteilt. Am Montag durfte der 36-Jährige das Gefängnis bereits wieder verlassen.

Der Untersuchungshaftbefehl gegen Tim L. sei gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt worden, bestätigte Horst-Ulrich Schönhofen, Sprecher des Kasseler Landgerichts. Da das Urteil gegen den 36-Jährigen - eine Haftstrafe von vier Jahren und zehn Monaten wegen Steuerhinterziehung - noch nicht rechtskräftig ist, habe er sich immer noch in Untersuchungshaft in Wehlheiden befunden, die vor eineinhalb Jahren begonnen habe.

Und hier habe die Strafkammer abwägen müssen, ob die U-Haft noch verhältnismäßig sei. Zwar liege in diesem Fall noch der Haftgrund der Fluchtgefahr vor, aber auch der könne man mit anderen Maßnahmen begegnen. Um das Gefängnis verlassen zu dürfen, habe Tim L. eine Sicherheitsleistung in Höhe von 150.000 Euro zahlen und seine Ausweispapiere abgeben müssen. Zudem müsse er sich zwei Mal in der Woche bei der Polizei melden, so Schönhofen.

Vier Jahre und zehn Monate wegen Steuerhinterziehung lautet das Urteil der Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Kassel für Tim L. (hier eine Zeichnung aus dem Gerichtssaal).

Die Wirtschaftsstrafkammer hatte es als erwiesen angesehen, dass der 36-Jährige rund 3,5 Mio. Euro an Sozialabgaben und Steuern hinterzogen hat. Vier ehemalige Mitarbeiter, drei Frauen und ein Mann, wurden wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung zu Bewährungsstrafen verurteilt.

Die SD 24 GmbH hatte bis Mitte 2015 vorwiegend bei großen Sport- und Konzertveranstaltungen für Sicherheit gesorgt. Dafür waren meist gering beschäftigte Mitarbeiter eingesetzt worden. Mit der Flüchtlingskrise kam Mitte 2015 die Bewachung von Flüchtlingsheimen und -lagern in ganz Deutschland hinzu.

Reststrafe bei Rechtskraft

Tim L. hat gegen das Urteil der Wirtschaftsstrafkammer Revision eingelegt, über die nun der Bundesgerichtshof in Karlsruhe entscheiden muss. Sollte dieses Urteil rechtskräftig werden, muss der Mann seine Reststrafe antreten. Die U-Haft wird ihm angerechnet.

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