Göker Vertrauter aus Untersuchungshaft entlassen

Ex-MEG-Vize Vincent Ho ist wieder frei

Mehmet Göker und Vicent Ho

Kassel. Der frühere Generalbevollmächtigte des Versicherungsvermittlers MEG, Vicent Ho, ist wieder auf freiem Fuß. Der ehemalige MEG-Vize und Vertraute von Mehmet Göker wurde aus der Untersuchungshaft entlassen. Das bestätigen die Kasseler Staatsanwaltschaft und das Landgericht gegenüber der HNA.

Beide Männer sind wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Verrats von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen und Verstoßes gegen das Bundesdatenschutzgesetz angeklagt. Darauf steht Gefängnis bis zu fünf Jahren. Vincent Ho ist außerdem des gewerbsmäßigen Betrugs verdächtig. Hier droht eine Gefängnisstrafe bis zu zehn Jahren.

Einen Prozess-Termin gibt es noch nicht. Laut Kasseler Landgericht stehen noch Stellungnahmen der Verteidigung aus.

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Vincent Ho saß rund sieben Monate in Kassel-Wehlheiden in Untersuchungshaft. Er wurde entlassen, weil es um die Verhältnismäßigkeit gehe, so Richter Dirk Liebermann, Sprecher des Landgerichts. Die Dauer der Untersuchungshaft müsse immer einem zu erwartenden Urteil angemessen sein.

Auflagen wurden Ho (27) nicht gemacht. Der Haftbefehl gegen ihn wurde aufgehoben. Gegen Mehmet Göker (34), der sich nach wie vor in der Türkei aufhält, besteht ein internationaler Haftbefehl.

Die Staatsanwaltschaft legt Ho und Göker zur Last, bereits vor der Pleite des Versicherungsvermittlers MEG und dem Ausscheiden Gökers als Vorstandsvorsitzender gemeinsam den Entschluss gefasst zu haben, sich bei der MEG gespeicherte Datensätze zu beschaffen. Sie sollten später verkauft oder dazu benutzt werden, private Krankenversicherungen zu verteiben. Insgesamt sollen die beiden Männer 495.000 Datensätze gestohlen haben. Dabei handelt es sich um Adressen von potenziellen Kunden privater Krankenversicherungen. Die Datensätze stellen einen erheblichen Wert da. Sie hätten eigentlich in die Insolvenzmasse der MEG gehört, um damit Gäubiger zu befriedigen. Mit den Daten sollen Göker und Ho stattdessen laut Staasanwaltschaft aus der Türkei heraus einen Umsatz von 1,9 Millionen Euro erzielt haben. Weitere 1,1 Millionen sollen beim Verkauf von Daten geflossen sein.

Gerüchten zufolge soll sich Vincent Ho während seiner Untersuchungshaft von Mehmet Göker losgesagt haben.

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