Exhibitionist muss acht Monate in Haft

Helsa/ Kassel. Keine Bewährung gab es vor Gericht für einen 59-jährigen Exhibitionisten. Der war bereits mehrfach in Straßenbahnen aufgefallen. Jetzt muss er acht Monate in Haft.

Ein notorischer Exhibitionist ist am Dienstag vom Kasseler Amtsgericht zu acht Monaten Haft verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 59-Jährige sich im September 2013 am späteren Abend schwer betrunken in der Straßenbahn zwischen Helsa und Oberkaufungen entblößt und dann an seinem Geschlechtsteil herumgefingert hatte.

Zudem habe er einige Monate zuvor kurz nach 10 Uhr abends in Kaufungen in der Tram über seiner Kleidung an seinem Geschlechtsteil gerieben und über die spiegelnde Fensterscheibe eine Zeugin beobachtet, war das Gericht überzeugt.

Das Gericht ging davon aus, dass der 59-Jährige bei beiden Taten durch Alkohol erheblich in seiner Steuerungsfähigkeit gemindert war. Bewährung wurde ihm nicht gegeben - der Mann ist bereits ein halbes Dutzend mal wegen ähnlicher oder fast identischer Vorkommnisse verurteilt worden.

Einer der am Montag gehörten Zeugen hatte den Angeklagten sogar schon zum zweiten Mal entblößt in der Tram angetroffen - und schon zum zweiten Mal deshalb vor Gericht aussagen müssen. Der 20-Jährige war am fraglichen Septembertag in Helsa in die recht leere Bahn eingestiegen, hatte gesehen, wie der Angeklagte an sich „rumgewurschtelt“ habe - und mit einem Kumpel Scherze darüber gemacht.

„Nicht mehr lustig, war es dann, als das junge Mädchen einstieg“, sagte die Richterin später. Die damals 14-Jährige hatte sich durch das Tramfenster von jemand verabschiedet und ohne auf ihr Umfeld zu achten, einen Vierersitz neben dem Angeklagte angesteuert.

Der sprach sie an. Die beiden Männer schalteten sich ein und informierten auch den Fahrer. An der nächsten Haltestelle kam die Polizei - und schon am nächsten Tag saß der Angeklagte in Haft.

Der 59-Jährige selbst erklärte gestern, er könne sich an die Vorfälle in der Tram nicht erinnern. Aber bei dem Mädchen entschuldigte er sich - „wenn es so war“ - recht ernsthaft. Sie selbst war mittlerweile zu dem Schluss gekommen, der Mann sei damals „nicht zurechnungsfähig“ gewesen.

Zur Tatzeit hatte der 59-Jährige unter Führungsaufsicht gestanden. Sein Bewährungshelfer beschrieb ihn als eigentlich „freundlich und gutmütig“. Er verspreche, die Tram zu meiden - vergesse das aber offenbar jenseits der Bürotür gleich wieder. Einen Versuch der Alkoholtherapie habe es vor Jahren gegeben - aber der Therapeut habe sie abgebrochen. (kaj)

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